Das Deutsche Sportabzeichen erobert die US Air Force

25.02.2016

Ein deutsches Auswanderehepaar macht amerikanische Kadetten mit dem Deutschen Sportorden fit.

Die sieben Kadetten mit ihren Vorgesetzten und der Prüferin Birgitt Zirden (Foto: privat)

Die Luftstreitkraft der Vereinigten Staaten von Amerika, die US Air Force, kennen hierzulande die meisten von uns vor allem aus Kino-Kassenschlagern, bei denen Helden am Himmel Abenteuer erleben. Doch die echte US Air Force kann sogar noch mehr. Nämlich auf dem Boden bleiben und Fitness und Durchhaltevermögen beweisen. Und zwar mit dem Deutschen Sportabzeichen.

An der Universität Clemson im US-Bundesstaat South Carolina stieß ein Zeitungsartikel über die deutschen Auswanderer Birgitt Zirden und Bernhard Heulmanns auf reges Interesse. Das Ehepaar hatte im letzten Jahr die Mitglieder der Laufgruppe „Gaston Country Runners“, die in der Stadt Gastonia in North Carolina beheimatet ist, für das Deutsche Sportabzeichen begeistert.

Meilen und Yards – geht auch

Das könnte auch etwas für die Teilnehmer an den Ausbildungsprogrammen der Reserve Officer Trainings Corps, kurz ROTC, sein, dachte Major Lusk, der im ROTC Air Force Programm an der Universität Clemson unterrichtet und Offiziere rekrutiert und ausbildet. Die Anforderungen, die seine Kadetten bei einem jährlichen Fitnesstest ablegen müssen, beinhalten einen Anderthalb-Meilen-Lauf, umgerechnet sind das gut 2,4 Kilometer, Liegestütze und Klimmzüge. Major Lusk überzeugte die Vielfältigkeit des Deutschen Sportordens so, dass er ihn für seine Auszubildenden als zusätzliche Fitness-Auszeichnung anbieten wollte.

Dafür waren einige Vorbereitungen nötig. Das Campus-Schwimmbad etwa misst nur 25 Yards – ist also 22,86 Meter lang – und Schleuderbälle und 2 Kilogramm-Medizinbälle sind in den USA so gut wie unbekannt. Major Lusk bestellte beides aus Deutschland und die Militärfracht flog die Geräte ein. Lusk und Professor Colonel Mann erarbeiteten einen Plan, um das Deutsche Sportabzeichen in das Ausbildungsprogramm des ROTC zu integrieren.

Sieben Kadetten auf einen Streich

Im Oktober starteten Birgitt Zirden und Bernhard Heulmanns ihr Training in Clemson. „Da die Fahrzeit zwischen unserem Wohnort und der Universität zweieinhalb Stunden beträgt, konnten wir leider nicht regelmäßig zum Training fahren“, erzählt Birgitt Zirden. „Doch ich habe Major Lusk eine ausführliche Einweisung gegeben“.

Die sieben Kadetten, die mit der Absicht angetreten waren, mit ihren Leistungen Gold zu schaffen, waren zum Teil dann doch überrascht, dass entsprechendes Training die Voraussetzung ist, um in allen Disziplinen ausreichend gut zu sein. „Die Sportabzeichen-Abnahme haben mein Mann und ich an einem Wochenende durchgeführt“, erinnert sich Birgitt Zirden. So konnten sich dann doch alle sieben Kadetten über Deutsche Sportabzeichen in Silber oder Gold freuen, die Anfang Dezember in einem feierlichen Rahmen in der Air Force eigenen Tillman Hall von Clemson übergeben wurden.

Auch das US-Heer will das Deutsche Sportabzeichen

Was gut ist, spricht sich herum, das ist auch bei der amerikanischen Streitkraft so. Durch den Festakt der Übergabe erfuhr die Army, also das US-Heer, vom Deutschen Sportabzeichen. Das hatte Folgen: Zahlreiche Kadetten sowohl von der Luftwaffe wie von der Army haben sich nun für dieses Jahr dafür angemeldet.

Laut Major Lusk wollen sich in diesem Jahr auch die ROTC Programme der „University of Georgia“ und der „University of South Carolina“ am Sportabzeichen beteiligen. Auf Birgitt Zirden und ihren Mann kommt also viel Arbeit zu – über die sich beide freuen: „Wo findet man schon freundlichere und diszipliniertere Sportabzeichen-Absolventen als beim amerikanischen Militär“, strahlt die Rheinländerin in den Carolinas, die einen kleinen Beitrag dazu geleistet hat, dass die deutsch-amerikanische Freundschaft sportlich und menschlich vertieft wird.

(Quelle: wirkhaus)

 Kategorie: Sportabzeichen-News