Das Deutsche Sportabzeichen hält die Generationen zusammen

22.08.2017

Die Familie Ruhe aus Nordrhein-Westfalen ist dem Deutschen Sportabzeichen tief verbunden.

Jedes Jahr stehen Hubert, Jana und Armin Ruhe in den Startblöcken für das Deutsche Sportabzeichen – gemeinsam haben sie es über 100 Mal abgelegt (Foto: privat)

Die Ruhes geben keine Ruhe. Jedenfalls nicht, wenn es um das Deutsche Sportabzeichen geht. „In unserer Familie gehört das Sportabzeichen einfach zum Jahresablauf dazu“, meint Jana Ruhe. Die 31-Jährige ist sich einig mit ihrem Vater Armin Ruhe, 56, und ihrem Opa Hubert, 86 Jahre. „Ich bin mit dem Sportabzeichen groß geworden. Zu meinen frühen Kindheitserinnerungen gehört, dass es unglaublich cool war, dass mein Opa der Prüfer auf dem ganzen Sportplatz war“, lacht die Versmolderin, die Soziale Arbeit studiert hat. Auch ihr Mann Georg Hammel-Ruhe ist Prüfer. „Kennengelernt haben wir uns dadurch aber nicht“, schmunzelt Jana Ruhe.

In diesem Jahr stand sie schon gleich zu Beginn der Sportabzeichen-Saison auf dem Sportplatz. Denn die kleine Familie erwartet im Sommer ihr zweites Kind. „Ich möchte das Sportabzeichen aber auf jeden Fall ablegen, deshalb hab ich mich rangehalten“, erzählt sie. Ihre Motivation war auch, ihren Beitrag zum Familiensportabzeichen zu leisten: „Ich freue mich immer auf die Gemeinschaft auf dem Sportplatz. Da sieht man ja doch immer wieder viele bekannte Gesichter.“

Beim Sport in die väterlichen Fußstapfen getreten

Sport ist für ihren Vater Armin Ruhe ein wichtiger Baustein seines Lebens. Der Polizist fährt täglich 17 Kilometer mit dem Fahrrad zur Arbeit. „Früher habe ich das Deutsche Sportabzeichen einfach so gemacht, weil mein Vater uns auf den Sportplatz mitgenommen hat. Seitdem habe ich kein Jahr ausgesetzt. Und ich möchte das auch so lange es geht beibehalten. Vielleicht schaffe ich es ja, meinen Vater einzuholen. Der hat bisher 55 Sportabzeichen, ich 38“, lächelt Armin Ruhe, der als Fußballer mit dem Sport angefangen hat und später zur Leichtathletik gewechselt ist. Damit ist er in die Fußstapfen seines Vaters Hubert Ruhe getreten, nicht zuletzt mit dem Erwerb der Lizenz zur Abnahme der Prüfungen für das Deutsche Sportabzeichen.

Hubert Ruhe, Jahrgang 1931, ist gelernter Maler und hat viele Jahre als Schwimmmeister im örtlichen Schwimmbad gearbeitet. „In den 50er-Jahren war ich Fußballer beim FC Greffen und habe mit Deutschen Sportabzeichen angefangen. In den Wirren der Nachkriegszeit musste ich auch mal ein Jahr aussetzen. Aber ich war immer wieder dabei“, erzählt Hubert Ruhe, der 40 Jahre lang die Leichtathletik-Abteilung der TSG Harsewinkel geleitet hat.

Seine drei Kinder hat er gern mit zum Training genommen. „Aber sie mussten nicht, wenn sie nicht wollten“, betont Hubert Ruhe. Seine Frau Ilse Ruhe hat 20 Mal das Deutsche Sportabzeichen bestanden, hat jetzt aber aus gesundheitlichen Gründen aufgehört. 2001 überraschte ein Herzinfarkt Hubert Ruhe. „Seitdem trainiere ich etwas anders, aber das Deutsche Sportabzeichen lege ich trotzdem stets ab“, sagt er.

Fußballer sind anders – beim Deutschen Sportabzeichen

„Mein Motto ist, dass jeder Sport treiben sollte, wo und was, muss jeder selber wissen“, meint Hubert Ruhe. Mit seiner Vielfältigkeit eigne sich deshalb das Deutsche Sportabzeichen besonders, so Ruhe, der sportliche Beobachtungen anstellt: „Was ich in all den Jahren immer wieder feststelle ist, dass Fußballer Schwierigkeiten mit der Langlaufstrecke haben. Handballer allerdings nicht. Das erstaunt mich immer wieder“, erzählt Hubert Ruhe, der heute in drei Sportvereinen aktiv ist.

Ruhe hat ein zeitliches Problem. Das Training der Herzsportgruppe beim Herzsportverein Harsewinkel-Greffen findet am Dienstagabend statt – genau dann, wenn bei der TSG Harsewinkel das Sportabzeichen-Training stattfindet. „Deshalb bin ich in diesem Jahr mit dem Sportabzeichen auch noch nicht fertig“, sagt Hubert Ruhe. Jetzt wartet er darauf, dass ein Termin bei der Herzsportgruppe ausfällt. „Und dann mache ich auch in diesem Jahr auf jeden Fall das Deutsche Sportabzeichen“, freut sich Hubert Ruhe.

(Quelle: Wirkhaus)

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