Frank Busemann freut sich auf Travemünde

29.08.2013

Der frühere Zehnkämpfer ist zu Gast beim Stopp der Sportabzeichen-Tour 2013 in Travemünde.

Frank Busemann möchte in Travemünde Kinder zum Sport motivieren (Foto: Meike Engels)

Frank Busemann, der Gewinner der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, setzt sich als Botschafter von kinder+Sport dafür ein, Kindern Freude an Bewegung zu vermitteln. Sein Engagement führt ihn nach Travemünde, wo am 30. August die Sportabzeichen-Tour 2013 zu Gast sein wird. Im Interview erzählt Frank Busemann, was den Reiz der Sportabzeichen-Tour ausmacht.

Lieber Frank Busemann,

am 30. August ist die große Sportabzeichen-Tour des Deutschen Olympischen Sportbunds in Travemünde zu Gast. Sie werden als kinder+Sport-Botschafter vor Ort sein. Waren Sie schon einmal in Travemünde?


Travemünde kenne ich, weil ich aus beruflichen Gründen schon einmal in dieser schönen Stadt am Meer war.

Worauf freuen Sie sich besonders bei dem großen Sportfest in Travemünde?

Der Sportabzeichen-Tourstopp in Travemünde ist sicher etwas ganz besonderes, einfach schon, weil dieses große Event direkt am Strand stattfindet. Sonne, Sand, Meerwasser und Sport, das alles garantiert eine tolle lockere Atmosphäre. Viele Besucherinnen und Besucher bringen Urlaubsfeeling mit. Wenn die Erwachsenen sehen, mit welchem Spaß Kinder und Jugendliche sich bewegen, wird es sicher ganz viele kitzeln und reizen, sich selbst am Deutschen Sportabzeichen zu versuchen.

Sie sind bereits im fünften Jahr als Botschafter für kinder+Sport auf der Sportabzeichen-Tour unterwegs. Was motiviert Sie zu diesem Einsatz?

Was mich zu meinem Engagement als kinder+Sport-Botschafter antreibt, ist ganz einfach: Es sind die Kinder, und es ist der Sport.
Kinder sollen und müssen sich bewegen, das gehört einfach dazu. Wenn Kinder sich nicht bewegen, fehlt ihnen in vielerlei Hinsicht etwas. Oftmals sind sie unausgeglichen und sie lernen beispielsweise nicht, mit sozialen Komponenten wie den Umgang mit Sieg und Niederlage umzugehen. Das durfte ich als Kind selbst erleben, weil meine Eltern sportbegeistert waren. Ich möchte Kindern ebenfalls vermitteln, dass Bewegung ein schöner Teil des Lebens sein kann und zu einem guten Leben beiträgt.

Warum ist es wichtig, gerade Kindern die Freude am Sport zu vermitteln?

Ich glaube an den alten Spruch ‚Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr’. Kinder haben einen ganz natürlichen Bewegungsdrang und den gilt es zu erhalten. Denn Sport ist gesund und macht einfach Spaß. Das Deutsche Sportabzeichen fördert diese Freude am Sport, weil es dabei nicht um einen Platz ganz vorn geht. Das Sportabzeichen macht jeder für sich und gleichzeitig in der Gemeinschaft. Es ist ein Vielseitigkeits-Abzeichen. Das bedeutet, dass es dabei beispielsweise nicht nur um schnelles Laufen geht, sondern um ganz viele Disziplinen, die es zu absolvieren gilt.

Das Deutsche Sportabzeichen ist der Orden des Breitensports. Warum setzen gerade Sie sich als ein früher sehr erfolgreicher Leistungssportler für den ‚Fitnessorden für alle’ ein?

Ich bin ja kein Leistungssportler mehr, aber ich weiß, dass ich Sport sehr gerne treibe. Freizeitsport gehört für mich dazu. Genau diese Spaßkomponente steht heute bei mir im Vordergrund und nicht mehr das Kämpfen um Hundertstelsekunden wie früher. Im Leistungssport habe ich mich oft verletzt, im Breitensport bin ich gesund und fit.
Außerdem gibt es einige Parallelen zwischen dem Zehnkampf und dem Deutschen Sportabzeichen. Der Fitnessorden ist ebenfalls ein Mehrkampf, auch wenn es dort nicht zehn, sondern nur fünf Disziplinen abzulegen gilt, die ganz unterschiedlich sind.
Weder beim Zehnkampf noch beim Sportabzeichen sind Fachidioten gefragt. Man muss eben alles können.
Außerdem kommt nie Langeweile auf. Wenn jemand gut im Sprint ist, aber, salopp gesagt, mit seinen Storchenarmen die Kugel auf seine Füße fallen lässt, muss er sich diese Leistung aneignen. Talent allein zählt also nicht. Es geht vielmehr darum, verschiedene Sportarten auszuprobieren.

Seit Beginn ihrer Botschafterrolle für kinder+Sport haben Sie viele Stationen der Sportabzeichen-Touren besucht. Welche Eindrücke haben Sie mitgenommen?

Vor allem, dass die Meinung, Kinder seien heutzutage Bewegungsmuffel, so nicht stimmt. Ich sehe regelmäßig Kinder, die mit großem Interesse auf den Sportplatz gehen, um die Disziplinen gut zu absolvieren. Sie helfen sich untereinander und sind unglaublich begeisterungsfähig. Was mir immer wieder begegnet und mich auch stets freut, ist der Stolz von Kindern, die etwas geschafft haben.

Was ist das Besondere an der Sportabzeichen-Tour?

Das Tolle an der Tour ist der Eventcharakter der Tour-Stationen. Die Sportabzeichentage sind regelrechte Sportwettkämpfe und groß aufgezogen. Das Rahmenprogramm ist sehr bunt und gut organisiert. Die Menschen, die die Sportabzeichen-Tour besucht haben, gehen sicher nach Hause und schwärmen anderen davon vor, was sie erlebt haben. Genau das ist die Absicht der Sportabzeichen-Tour: Ein gutes Gefühl zu vermitteln und zu sehen: Sport bedeutet nicht nur Anstrengung und Muskelkater, sondern Sport ist ein tolles Erlebnis.

Das Deutsche Sportabzeichen feiert in diesem Jahr seinen hundertsten Geburtstag. Was wünschen Sie dem Jubilar?

Ich wünsche dem Sportabzeichen ein neues gutes Jahrhundert, dass es so jung und aktuell bleibt wie es ist. Ich glaube, das Deutsche Sportabzeichen hat in der Bevölkerung einen Bekanntheitsgrad, der nur schwer getoppt werden kann. Jeder hat zumindest schon einmal vom Deutschen Sportabzeichen gehört. Außerdem wäre es toll, wenn wir es wieder schaffen, die Eine-Million Grenze von abgelegten Sportabzeichen pro Jahr zu knacken.

(Quelle: wirkhaus)