In Bayern spitze

25.07.2014

Die Dreifaltigkeits-Mittelschule Amberg ist beim Tourstopp in Regensburg als Bezirkssieger im Sportabzeichen-Schulwettbewerb Bayern ausgezeichnet worden.

Sportlehrer Thomas Gebele (links), sein Kollege Thomas Schubert (rechts) und acht Schülerinnen und Schüler der Dreifaltigkeits-Mittelschule Amberg nahmen in Regensburg die Auszeichnung als Bezirkssieger im Sportabzeichen-Schulwettbewerb Bayern in Empfang. Hier mit dem Paralympics-Sieger im Riesenslalom Gerd Schönfelder (hinten in der Mitte). (Foto: Meike Engels)

Tolle Stimmung und bestes Sommerwetter bei der Sportabzeichen-Tour am 25. Juli in Regensburg mit Frank Busemann (r.) und Miriam Höller (3.v.r.). (Foto: Meike Engels)

Über 10 Jahre hat Thomas Gebele in seiner Schule für das Deutsche Sportabzeichen geworben und mit seinen Klassen trainiert. Dann ging ein Traum für ihn in Erfüllung: Im Schuljahr 2012/2013 hat die Dreifaltigkeits-Mittelschule Amberg den Sprung aufs oberste Treppchen geschafft. Sie holte den Bezirks- und Landessieg im Sportabzeichen-Wettbewerb Bayern in der Kategorie C (Schulen mit 201 bis 400 Schülern). Im Rahmen der Sportabzeichen-Tour am 25. Juli in Regensburg nahm er mit seinem Kollegen Thomas Schubert und einer Delegation von Schülerinnen und Schülern die Auszeichnung auf Bezirksebene entgegen. Bereits im Frühjahr war die Schule bei einer Feier in München für den Erfolg auf Landesebene geehrt worden. Seine Schüler hatten sich dafür so fein gemacht, dass Thomas Gebele sie fast nicht mehr erkannt hätte, erzählt er mit einem stolzen Lächeln.

Vielfältige Möglichkeiten

Er selbst freut sich besonders, dass die Schülerinnen und Schüler beim Training für das Sportabzeichen mit Begeisterung dabei waren. „Es ging ihnen nicht um den Sieg, sondern um den Sport sowie das Probieren und Erfahren von neuen Sportarten“, betont Thomas Gebele, für den es eine Herzensangelegenheit ist, seinen Klassen im Sportunterricht immer wieder neue Möglichkeiten zu eröffnen, auch wenn er selbst vom Fußball kommt.

„Was ich oft unterschätze, ist zum Beispiel das Geräteturnen“, gibt der Sportlehrer zu.  Hier hat er sich durch die  Eigeninitiative der Schüler überzeugen lassen, und zwar  gerade von denjenigen, die in den vergangenen Jahren aus Weißrussland an die Schule gekommen sind. Sie haben ihre Mitschüler erst auf die Idee gebracht, sich auch einmal am Salto zu versuchen. Manchmal hilft ihm aber auch der Zufall. So haben die Schülerinnen und Schüler der Dreifaltigkeits-Mittelschule Amberg im vergangenen Jahr wegen Bauarbeiten in der eigenen Turnhalle in der des benachbarten Gymnasiums trainiert und dort die Tischtennisplatten für sich entdeckt und Thomas Gebele hat ihnen gerne den Wunsch erfüllt, ein Tischtennis-Turnier zu organisieren.

Ein toller Fitnesstest

„Ich war schon immer Freund von Sportwettbewerben – auch während der Sportausbildung  in meiner Zeit als Lehramtsanwärter. Nach der Ausbildung hatte ich das Glück, an eine sportbegeisterte Schule in München zu kommen, wo Wettbewerbe auf der Tagesordnung standen“, erinnert sich Thomas Gebele, der neben seiner Tätigkeit als Lehrer auch ehrenamtlich Vorsitzender Kreisvorstand des Bayerischen Landes-Sportverbandes Kreis 5 Amberg-Sulzbach ist.  „Das Deutsche Sportabzeichen ist eine allgemeine Auszeichnung für einen guten Sportler, eben nicht auf eine Sportart bezogen, sondern eine allgemeine Fitness-Auszeichnung. Man sieht über den Tellerrand der eigenen Sportart hinaus“, antwortet Thomas Gebele auf die Frage, warum er sich so für das Deutsche Sportabzeichen engagiert. Er hat den Anstoß dafür gegeben, dass die Dreifaltigkeits-Mittelschule in Amberg seit über 10 Jahren beim Sportabzeichen-Wettbewerb in Bayern mitmacht.

Das Verfahren dafür ist in letzer Zeit komplizierter geworden, kritisiert Thomas Gebele: „Seit der Wettbewerb auf Online-Erfassung umgestellt worden ist, sind die Teilnahmezahlen der Schulen rückläufig. Der bürokratische Aufwand ist dadurch größer geworden. Das Computer-Programm, das man für die Anmeldung nutzen muss, ist für viele zu kompliziert. Auch an meiner Schule bleibt diese Arbeit an einer Kollegin und mir hängen.“ Jetzt sollen gezielte Schulungen dabei helfen, dass wieder mehr Sportlehrerinnen und –lehrer sich am Sportabzeichen-Wettbewerb beteiligen.

Das große Ziel: den Titel verteidigen

Am Anfang hat man seine Bemühungen noch belächelt, aber die Beharrlichkeit zahlte sich aus. „Jetzt, wo wir  Landes- und Bezirkssieger geworden sind, ist die Freude groß. Der Schulleiter ist ganz stolz und hat dazu aufgerufen, den Titel im laufenden Schuljahr zu verteidigen. Die Chancen stehen gut“, verrät Thomas Gebele.  Die Schule mit ca. 250 Schülerinnen und Schülern hat sich in der Kategorie C beworben, in der  Schulen von 201-400 Schülern gewertet werden. Sieger ist, wer prozentual die meisten Sportabzeichen nachweisen kann.  Daher ist der Sieg auf Bezirks- und Landesebene umso mehr zu würdigen: 76,21% der Schüler an der Dreifaltigkeits-Mittelschule Amberg haben im vergangenen Schuljahr das Deutsche Sportabzeichen erworben.

Aber nicht nur der vielseitige Sportunterricht hat zum Erfolg beigetragen, meint Thomas Gebele. Auch zwei Sportevents, die alle zwei Jahre in Amberg stattfinden, haben geholfen. Beim 24-Stunden-Schwimmen und beim Leichtathletik-Sportfest konnten alle die entsprechenden Prüfungen für das Deutsche Sportabzeichen ablegen. Die Beteiligung sei hier viel höher als beim normalen Sportunterricht, so Thomas Gebele. Erstens habe man schulfrei und zweitens wollten die großen Schüler sich hier nicht vor den kleineren blamieren.

Ein rundum gelungener Sportabzeichen-Tag mit prominenten Gästen

Auch die Sportabzeichen-Tour in Regensburg bot am 25. Juli wieder viele Möglichkeiten, sich gegenseitig anzufeuern und zu motivieren. Rund 1.500 Teilnehmer kamen zwischen 9.00 und 17.00 Uhr bei bestem Sommerwetter in die Städtische Sportanlage am Oberen Wöhrd (mit Wöhrdbad). Gerd Schönfelder, Miriam Höller und Frank Busemann waren als Botschafter der Sparkassen-Finanzgruppe, von Ernsting’s family und von kinder+Sport vor Ort. Alle drei Unternehmen sind neben der Krankenkasse BKK24 Nationale Förderer des Deutschen Sportabzeichens, ohne deren Unterstützung die Sportabzeichen-Tour nicht umzusetzen wäre.

Dr. Karin Fehres, Direktorin Sportentwicklung im DOSB, bedankte sich beim gesamten Organisationsteam unter Federführung von Thomas Fink vom BLSV-Sportbezirk Oberpfalz mit allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Außerdem unterstrich sie die gute Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landes-Sportverband.

(Quelle: wirkhaus)