Nichts hat so viel Erfolg wie der Erfolg

14.02.2014

Horst Jacobowsky aus dem badischen Hemsbach kennt die Wirkung des Deutschen Sportabzeichens und seine Vorteile.

Horst Jacobowski als Fußballer 1952 rechts außen, das war auch seine Position als Spieler

Die A-Jugend des Sportvereins Gittelde/Harz- Horst Jacobowsky stehend dritter von links

Schwimmbadaufsicht bei der Bundeswehr

Die Sportabzeichen-Prüferriege der Sportgemeinde Hemsbach, Horst Jacobowsky zweiter von links (alle Bilder: privat)

„Das Sportabzeichen schafft man nicht mal eben so zwischendurch. Ohne Training hat man keine Chance, und deshalb ist es eine gute Motivation dranzubleiben. Bei uns in der Sportabzeichengruppe sind Leute dabei, die bereits 35 Mal die Disziplinen erfolgreich absolviert haben. Da ziehe ich den Hut“, sagt Horst Jakobowsky. Jedes Jahr im April macht sich der 76-Jährige an die Disziplinen und motiviert als Prüfer auch andere für das Deutsche Sportabzeichen.

Seit jeher spielten Bewegung und Sport im Leben von Horst Jacobowsky eine wichtige Rolle. „Meine Eltern hatten einen Bauernhof und für uns war es völlig normal, immer auf den Feldern dabei zu sein, wenn dort bestellt oder geerntet wurde. Wir liefen immer viel herum, spielten Fangen oder Verstecken. Das war eher Toben, wirklich Sport wurde es dann, als ich zur Schule ging“, erinnert sich Horst Jacobowsky.

Dreikampf, Frühsport und Schraubstock

An der Realschule Seesen boten sich Horst Jacobowsky unzählige sportliche Möglichkeiten. „Dort gab es alles: Gerätturnen, Leichtathletik und Schwimmen. Mir gefielen besonders die jährlichen Bundesjugendspiele, bei denen die Seesener Schulen im Dreikampf gegeneinander antraten. Dieser Wettkampf, die Staffeln und der Vergleich mit anderen hat mich besonders angespornt“, erzählt Horst Jacobowsky.

Neben dem Schulsport hatte es ihm der Fußball angetan. „Überall wo es sich ergab, bolzte ich mit meinen Freunden, sogar barfuß haben wir gespielt. Als der örtliche Sportverein dann ankündigte, eine Knabenmannschaft zu gründen, gab es so viele Interessenten, dass sogar zwei Mannschaften daraus wurden“, erinnert sich der 76-Jährige. So wurde Horst Jacobowsky Spieler der A-Jugend in Gittelde/ Harz. Und in dieser Zeit, im Jahr 1954, legte er auch sein erstes Sportabzeichen ab.

Während seiner Berufsausbildung gab es für Horst Jacobowski Sport schon direkt nach dem Weckerklingeln. „Als Lehrlinge hatten wir jeden Tag Frühsport. Eine halbe Stunde lang gab es Gymnastik, Staffel- oder Ausdauerläufe. Erst danach ging´s für uns an den Schraubstock“, erzählt Horst Jacobowsky. Beste Voraussetzungen für den jungen Mann, auch weiterhin die Sportabzeichen-Disziplinen locker zu bewältigen. Und auch während seiner Zeit bei der Bundeswehr gehörte das Abzeichen dazu.

Der gezähmte Wilde

Während seines Studiums verlagerten sich die Interessen des jungen Horst Jacobowsky. „Ich habe mich vollständig auf das Studieren konzentriert. Ich habe zwar weiterhin in meiner Freizeit Fußball gespielt, aber das Sportabzeichen war in diesen Jahren irgendwie kein Thema“, erinnert er sich. Horst Jacobowsky machte seinen Abschluss, zog nach Mannheim um, heiratete und gründete eine Familie. In dieser Zeit des Erwachsenwerdens erinnerte er sich gerne an die alte Heimat und die alten Zeiten zurück. „Ich hatte eine wunderbare Kindheit und Jugend. Ich war mit meinen Freunden in Wäldern und auf Feldern unterwegs, Bewegung war mein Leben. Diese Wildheit wurde später sozusagen zivilisiert im Sport“, erzählt er lachend.

Sesshaft wurde die Familie Jacobowsky in Hemsbach im Rhein-Neckar-Kreis. Dort im örtlichen Sportverein setzte der 2-fache Vater auch seine Sportabzeichen-Karriere fort. Seit 2009 ist er gleichzeitig Prüfer und möchte vor allem junge Menschen motivieren. „Für mich gilt auch heute noch, was Turnvater Friedrich Ludwig Jahn einst sagte: 'Ein gesunder Geist kann nur in einem gesunden Körper wohnen'.  In unserer Gesellschaft müssen Kinder viel mehr zur Bewegung motiviert werden, und aus meiner Sicht ist das Sportabzeichen ein guter Einstieg.“

Ein Ziel von Horst Jacobowsky ist eine offene Stadtmeisterschaft, in der sich jeder gegen andere in den Sportabzeichen-Disziplinen messen kann. „Ich kann mir vorstellen, dass es besonders für unsere Kinder und Jugendlichen im Ort ein Ansporn ist, bei einer Meisterschaft dabei zu sein. Es ist wie ein Urinstinkt bei Kindern: sie wollen sich bewegen und sich dabei mit anderen messen. Das müssen wir nutzen und erreichen, junge Menschen dauerhaft für Sport und Bewegung zu begeistern“, sagt Horst Jacobowsky. Denn: Nichts hat so viel Erfolg wie Erfolg.

(Quelle: wirkhaus)

 Kategorie: Sportabzeichen-News