Ohne Pause zum Rekord

20.12.2016

Arend Jürgen Knüpling aus Bad Zwischenahn in Niedersachsen ist beim Deutschen Sportabzeichen nicht einzuholen.

Ehrung 1981. Arend Jürgen Rüpling erhält für 30 Sportabzeichen-Wiederholungen als erster Ammerländer die Ehrengabe des KSB durch den Vorsitzenden Heinz Behrendt.

Sportabzeichen-Urkunde von 1952.

Imposante Sportabzeichen-Sammlung, welche Arend Jürgen Knüpling dem KSB Ammerland für eine Ausstellung zum Deutschen Sportabzeichen überlassen hat.

Arend Jürgen Knüpling bei der Abnahme zu seinem 63. Sportabzeichen im Jahr 2014. (Fotos: privat)

65 Jahre in Folge hat Arend Jürgen Knüpling die Disziplinen für das Deutsche Sportabzeichen abgelegt. Seit 60 Jahren ist er gleichzeitig Prüfer: eine beeindruckende Bilanz, die dem heute 83-Jährigen viele Ehrungen bescherte. Die letzte liegt gerade ein paar Wochen zurück. Die Vorsitzende des Kreissportbundes Ammerland, Monika Wiemken, überreichte ihm die Urkunde im Namen des Deutschen Olympischen Sportbundes. 65 Sportabzeichen in Folge – mehr Wiederholungen sind derzeit nicht möglich und damit ist Arend Jürgen Knüpling uneinholbar.

Als Arend Jürgen Knüpling 1932 in Middoge in Friesland zur Welt kam, war sein Weg in beruflicher und sportlicher Hinsicht nahezu vorgegeben. Er wurde Lehrer in dritter Generation und folgte so seinem Vater und Großvater. Und auch der Drang nach Bewegung und Sport wurden ihm in die Wiege gelegt. „Da mein Vater Lehrer war, habe ich meine Kindheit im Schulhaus verbracht. Und schon weit, bevor ich selbst zur Schule ging, habe ich mitgeturnt und auf dem Pausenhof Fußball gespielt“, erzählt er. Der Vater war es dann auch, der ihn bereits in jungen Jahren zum Sportabzeichen brachte. „Mit 17 Jahren habe ich das damalige Bundesjugendsportabzeichen abgelegt und danach habe ich einfach nicht mehr aufgehört“, so Arend Jürgen Knüpling.

1952 wurde das Deutsche Sportabzeichen nach einheitlichen Bedingungen in der Bundesrepublik eingeführt. Arend Jürgen Knüpling nahm es als einer der Ersten in Niedersachsen entgegen. Es sollte gleichzeitig der Beginn einer historischen Sammlung werden. „Ich habe sämtliche Urkunden und Abzeichen aufgehoben“, sagt der Sportabzeichen-Pionier. Inzwischen hat er seine Sammlung dem Kreissportbund Ammerland überlassen. Nicht nur als Beleg seiner persönlichen Leistung, sondern auch als beeindruckendes Zeugnis der inzwischen mehr als 100-jährigen Geschichte des Deutschen Sportabzeichens.

Bis zur letzten Minute des Jahres im Einsatz

Arend Jürgen Knüpling macht sich bei der jährlichen Wiederholung der Disziplinen keinen Stress. „Ich bin ganz ehrlich: Ich laufe am liebsten bei schönem Wetter, deshalb ist meine Saison von Mai bis Juli. In dieser Zeit ist alles zu schaffen“, lacht der 83-Jährige. Als Prüfer kann er allerdings ganz andere Geschichten erzählen – jedem Wetter zum Trotz. „Es gab bei uns im Ort eine Dame, die wegen einer Fußverletzung im Sommer den Weitsprung noch nicht absolviert hatte. Am Silvestermorgen rief sie mich dann ganz aufgeregt an, ob ich ihr diese Disziplin am selben Tag als Prüfer noch abnehmen könne. Ich habe das dann organisiert und sie hat am Nachmittag des 31. Dezember noch ihr Sportabzeichen abgelegt“, erinnert sich Arend Jürgen Knüpling.

Und es sind viele weitere Geschichten, die ihm in Erinnerung sind und ihn gleichzeitig mit Stolz erfüllen. Schon während seines Studiums gründete Knüpling einen Sportabzeichen-Stützpunkt an der Pädagogischen Hochschule. In 60 Jahren als Prüfer gab er ganzen Fußballmannschaften, angehenden Soldaten und Polizisten und auch vielen Kollegen sowie Schülern und deren Eltern Unterstützung bei den Disziplinen und motivierte sie, das Sportabzeichen abzulegen. Auch in seiner Familie „färbte“ seine Begeisterung ab: Die Knüplings legten mehrere Jahre in Folge gemeinsam das Familiensportabzeichen ab und selbst seine Enkelkinder, die in Frankreich leben, nutzten die Sommerferien bei den Großeltern in Bad Zwischenahn für den deutschen Breitensport-Orden.

Wenn nicht nur das Abzeichen leuchtet

Schon immer war es Arend Jürgen Knüpling ein besonderes Bedürfnis, Kinder und Jugendliche für Bewegung zu begeistern. Das Deutsche Sportabzeichen hat für ihn dabei einen besonderen Stellenwert. „Ich habe hundertfach erleben dürfen, was es bei Kindern auslöst, wenn sie es schaffen. Diesen Erfolg mit ihnen zu teilen, erfüllt mich bis heute mit Stolz. Es gibt wohl nichts Schöneres als leuchtende Kinderaugen. Aber auch die Kehrseite der Medaille gehört wie immer im Leben dazu. Damit meine ich, dass es auch wichtig ist, Jungen und Mädchen zum Weitermachen zu motivieren, die im ersten Anlauf scheitern“, so Arend Jürgen Knüpling.

Seine eigene Motivation steht außer Frage. Der 83-Jährige folgt dabei seit Jahren demselben Motto: „Wenn ich gesund durch den Winter komme, dann stehe ich im nächsten Jahr wieder auf dem Platz.“

(Quelle: Wirkhaus)

 Kategorie: Sportabzeichen-News