Raus aus den Bürosesseln – hin zum Sportabzeichen
Jürgen Landgrebe ist Spartenleiter für das Sportabzeichen bei der Betriebssportgemeinschaft im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am Standort Bonn. Er selbst nennt sich auch „Alleinunterhalter fürs Sportabzeichen“, da er der einzige Prüfer in der BSG ist. Unermüdlich animiert er seine Kollegen, von den Bürosesseln aufzustehen und fit zu werden für die Herausforderungen des Deutschen Sportabzeichens.
„Die Kollegen im Ministerium gehen hauptsächlich sitzenden Tätigkeiten nach“, sagt Jürgen Landgrebe. „Darum verstehe ich mein Sportangebot auch als Ausgleich zum Bürojob. Der gesundheitliche Aspekt meines Sportangebots ist mir sehr wichtig.“ Darum dreht sich Landgrebes Übungsabend in der BSG nicht nur um das bloße Absolvieren der verschiedenen Disziplinen der fünf Leistungsgruppen. „Ich baue allgemeine Fitnessübungen mit ein“, sagt er. „Dazu gehören neben Aufwärmübungen auch Gymnastik und Kräftigung für Rumpf und Rücken.“
Seit 15 Jahren wirbt er im Ministerium für den Fitnessorden. „Der Vorteil einer Betriebssportgemeinschaft gegenüber einem Verein ist sicherlich die Nähe zum Dienst“, erklärt Jürgen Landgrebe. „Die Kollegen haben die Möglichkeit, über den Sport Kontakte zu knüpfen und sich besser kennenzulernen.“ Jürgen Landgrebe schätzt an der BSG die kurzen Wege: „Ich kann meine Werbung für das Sportabzeichen den Leuten entweder direkt auf den Tisch legen oder sie über das Intranet ansprechen.“
Neue Gesichter und alte Bekannte
Jürgen Landgrebe ist jedes Jahr aufs Neue gespannt, wie sich seine Sportabzeichengruppe in einer neuen Saison zusammensetzt. „Es sind immer neue Gesichter dabei“, sagt er. „Wir haben aber auch zwei Sportler, Bernd Göllner und Alfred Frießen, die seit 15 Jahren zu uns kommen.“ Im letzten Jahr kam die Gruppe auf 14 erfolgreiche Abnahmen. „Seit unserer Gründung haben wir 278 Verleihungen vorgenommen“, so Jürgen Landgrebe.
„In Bonn sind wir mit unserer Sportabzeichensparte innerhalb eines Ministeriums nahezu konkurrenzlos“, fährt er fort. Darum trainieren in der Gruppe auch Mitarbeiter des Arbeits- und Gesundheitsministeriums.
„Leider haben wir keine eigenen Sportstätten“, sagt Jürgen Landgrebe. „Ich habe aber einen Sportplatz in fußläufiger Nähe zum Dienstsitz gefunden. So entstehen keine langen Wege. Das ist wichtig. Wenn die Leute erstmal am Küchentisch oder auf dem heimischen Sofa sitzen, wird es schwer, sie zu motivieren, noch einmal hinauszugehen.“ Ein buchstäblich schwer wiegender Nachteil der gemieteten Sportstätte ist, dass Jürgen Landgrebe keine Möglichkeit hat, seine Sportgeräte am Sportplatz zu lagern. „So schleppe ich jede Woche 26 Kilo Kugeln und meinen Rucksack mit vier Paar Spikes zum Sportabzeichentreff“, erzählt er.
Staatssekretäre oder gar Bundesminister hat es in den 15 Jahren noch nicht in Landgrebes Gruppe verschlagen. „Bei Sportfesten der BSG spielt schon mal der eine oder andere Staatssekretär Fußball“, sagt Jürgen Landgrebe. „Sie sind aber herzlich eingeladen, zu uns zu kommen.“ Jürgen Landgrebe wird da sein. Allein um in diesem Jahr sein 23. Sportabzeichen anzugehen. „Bisher habe ich kein Jahr ausgelassen, seit ich mit dem Fitnessorden angefangen habe“, sagt er. „Wenn ich 60 werde, möchte ich die 40 Abzeichen zusammen haben.“ Landgrebes Elan und Engagement für das Sportabzeichen lassen darauf schließen, dass ihm das gelingen wird.










