Rundum gelungener Start für die Sportabzeichen-Tour 2015

05.06.2015

Die Auftaktveranstaltung am 5. Juni in Berlin setzt ein Zeichen für mehr Inklusion.

Flagge zeigen für Inklusion - Danny Ecker, Sportbotschafter der Sparkassen-Finanzgruppe, beim Wettlauf mit Teilnehmern der Sportabzeichen-Tour 2015 am 5. Juni in Berlin. Foto: Meike Engels

kinder+Sport-Botschafter Frank Busemann hilft den Kindern dabei, ihre Wurftechnik zu verbessern. Foto: Meike Engels

Gemeinsam am Start - Frank Busemann mit Schülerinnen in Berlin. Foto: Meike Engels

Pünktlich zum Start der Sportabzeichen-Tour des DOSB ist der Sommer bei uns eingekehrt. Ein strahlend blauer Himmel und bestes Sportwetter bescherten allen Beteiligten beim Auftakt der Sportabzeichen Tour 2015 in Berlin optimale Rahmenbedingungen für die Prüfungen zum Deutschen Sportabzeichen. Kein Wunder, dass die Stimmung im Sport Centrum Siemensstadt von Anfang bis Ende glänzend war.

Extra-Kick durch prominente Sportbotschafter

Besonders gut gelaunt präsentierten sich schon beim gemeinsamen Aufwärmen ab 10.30 Uhr die Sportbotschafter. Der frühere Weltklasse-Stabhochspringer Danny Ecker, der dreimalige Kanuolympiasieger Andreas Dittmer und der 16-malige Paralympics-Sieger Gerd Schönfelder waren als Sportbotschafter der Sparkassen-Finanzgruppe in Berlin dabei, Stunt- und Actionmodel Miriam Höller für Ernsting’s family und der Gewinner der Silbermedaille im Zehnkampf bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta Frank Busemann für kinder+Sport. Alle drei Unternehmen sind Nationale Förderer des Deutschen Sportabzeichens, ohne deren Unterstützung die Sportabzeichen-Tour nicht umzusetzen wäre.

Natürlich zeigten sich die Sportbotschafter auch von ihrer sportlichen Seite. Beim Promisprint über 100 Meter kam Frank Busemann als Erster ins Ziel. Dahinter entschied Gerd Schönfelder das Duell mit Danny Ecker um den zweiten Platz knapp für sich, gefolgt von Andreas Dittmer. Als letzte liefen Miriam Höller und DOSB-Maskottchen Trimmy Hand in Hand über die Ziellinie, geschlagen aber trotzdem gut gelaunt. Den ganzen Tag über gaben alle den rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Tipps für die Sportabzeichen-Prüfungen, feuerten sie an und ließen sich auf kleine Wettkämpfe ein.

Ein Ausrufezeichen für mehr Inklusion

„Es ist hervorragend zu sehen, wie diese tolle Anlage mit Leben erfüllt ist. Das ist das, was ich mir als Staatssekretär Sport wünsche“, sagte Andreas Statzkowski von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport bei der offiziellen Eröffnung. Er bestellte Grüße von Innensenator Frank Henkel, der als Schirmherr der Veranstaltung wegen anderer Verpflichtungen nicht vor Ort sein konnte.

Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, DOSB-Vizepräsidentin für Bildung und Olympische Erziehung, bedankte sich gleich zu Beginn beim gesamten Organisationsteam unter Federführung von Anke Nöcker und Katja Sotzmann vom Landessportbund Berlin mit allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Außerdem unterstrich sie die gute Zusammenarbeit mit dem SC Siemensstadt.

Ein wichtiger Aspekt bei der Premiere der Sportabzeichen-Tour 2015 in Berlin war das Thema Inklusion. Sportlerinnen mit und ohne Handicap konnten an denselben Stationen die Prüfungen für ihr Sportabzeichen ablegen. So entstanden ganz natürlich Kontakte und Gespräche, zum Beispiel zwischen einem Schwerstbehinderten, der gerade seinen Standweitsprung ablegen wollte und mehreren Mädchen, die ihn dabei gespannt beobachteten und ausfragten, weil sie die Disziplin gar nicht kannten.

„Von neun Stationen der Sportabzeichen-Tour 2015 legen vier einen Schwerpunkt auf den Aspekt Inklusion. Das zeigt, dass wir vom DOSB die von Deutschland unterschriebene UN-Behindertenrechtskonvention ernst nehmen“, unterstrich Gudrun Doll-Tepper. Die Sportabzeichen-Stopps mit Schwerpunkt Inklusion sind Teil eines auf drei Jahren angelegten Projektes des DOSB, das von der Aktion Mensch gefördert und gemeinsam mit dem Deutschen Behindertensportverband, Special Olympics Deutschland und dem Deutschen Gehörlosen-Sportverband durchgeführt wird.

Für Berlin ergänzte Andreas Statzkowski: „Wir wollen das Sportabzeichen inklusiv anbieten. Das ist nicht nur eine gute, sondern eine überfällige Idee.“ Die Vizepräsidentin des LSB Berlin Gabriele Wrede verwies auf die vielen neuen Prüferinnen und Prüfer für das Sportabzeichen mit Behinderung, die extra für die Veranstaltung qualifiziert wurden. Sie werden auch in Zukunft zur Verfügung stehen und so dazu beitragen, dass das inklusive Sportabzeichen bei der Sportabzeichen-Tour in Berlin keine Eintagsfliege bleibt.

„Das ist ein tolles Event, um das Thema Inklusion in die Öffentlichkeit zu tragen“, sagte Thomas Stephany, der für die Aktion Mensch in Berlin dabei war. „Begegnung ist ein zentrales Element von Inklusion, weil es dazu beiträgt, Hemmschwellen und Vorurteile abzubauen.“

„Wir wollen, dass der Inklusionsgedanke langfristig und nachhaltig wirkt. Deshalb wünschen wir uns mehr gemischte Sportabzeichen-Trainingsgruppen und Sportabzeichen-Treffs“, erklärte Prof. Dr. Manfred Wegner von der Christian-Albrechts-Universität Kiel, der die Tourstopps mit inklusivem Schwerpunkt für den DOSB wissenschaftlich begleitet und auswertet.

Weiter großes Interesse am Deutschen Sportabzeichen

Der DOSB nutzte den Start der Sportabzeichen-Tour 2015 heute in Berlin auch dafür, die Sportabzeichen-Statistik für das vergangene Jahr vorzustellen. „Mit über 800.000 Verleihungen ist die Zahl im Vergleich zu 2013 weitgehend stabil geblieben“, so Gudrun Doll-Tepper, DOSB-Vizepräsidentin für Bildung und Olympische Erziehung. „Wir wollen aber nicht stehen bleiben, sondern in Zukunft vor allem wieder mehr auf die Schulen zugehen. Demnächst wird es zu dem Thema ein Gespräch mit der Kommission Sport der Kultusministerkonferenz geben, um das Deutsche Sportabzeichen wieder mehr in die Schulen zu bringen.“

(Quelle: wirkhaus)