Toller Auftakt für Sportabzeichen-Tour mit Bundespräsident Gauck

03.06.2016

Bei dem großen inklusiven Sportfest am 3. Juni in Berlin kommt Joachim Gauck mit Breitenportlern ins Gespräch.

Handshake mit Bundespräsident Joachim Gauck. Foto: Treudis Naß

Bundespräsident Joachim Gauck beim Auftakt der Sportabzeichen-Tour. Foto: Treudis Naß

Teilnehmer vom Lwerk bei der Sportabzeichen-Tour in Berlin. Foto: Treudis Naß

Geplant war es nicht – aber nach dem Rundgang auf dem Gelände des Sport Centrum Siemensstadt hat es sich der Bundespräsident am Mittag nicht nehmen lassen, selbst eine Sportabzeichen-Disziplin auszuprobieren. Joachim Gauck nahm die Herausforderung Deutsches Sportabzeichen an. Im Medizinballwurf schaffte er mit 11,23 m sogar auf Anhieb die Weite, die in seiner Altersgruppe für Gold reicht.

Das Publikum applaudierte und feierte das Staatsoberhaupt genauso wie alle anderen der rund 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich beim Start der Sportabzeichen-Tour an den verschiedenen Disziplinen versuchten, darunter 200 Menschen mit Behinderungen.

Ein unvergessliches Erlebnis

Begeistert von ihren Eindrücken bei der Sportabzeichen-Tour waren auch vier Teilnehmer vom Lwerk. Die Männer aus dem Förderbereich Schwerst-Mehrfach-Behinderte waren mit ihrem Fördergruppenleiter Andy Devantier und Praktikantin Eva Kromka zum SC Siemensstadt gekommen. „Wir im Lwerk versuchen auch Menschen mit schwersten Behinderungen Bewegung und gesunde Ernährung näher zu bringen. Wir basteln, gehen zusammen spazieren oder einkaufen, aber wir versuchen auch, unseren Bewohnern besondere Erlebnisse zu ermöglichen wie hier bei der Sportabzeichen-Tour“, sagte Andy Devantier. Alle sechs waren vom inklusiven Miteinander beim SC Siemensstadt beeindruckt und nutzten die Gelegenheit, verschiedenste Sport- und Bewegungsangebote auszuprobieren.

„Dass es das Deutsche Sportabzeichen für Menschen mit Behinderungen gibt, wissen viel zu wenige“, sagte der Vizepräsident des Deutschen Behindertensportverbandes Thomas Härtel. „Das hier ist eine wunderbare Gelegenheit, um das Deutsche Sportabzeichen für Menschen mit Behinderungen bekannter zu machen.“

Neben Berlin setzen mit Bersenbrück, Ravensburg und Fulda noch drei weitere Tourstopps in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf Inklusion. Sie alle gehören zu einem Projekt des DOSB, das von der Aktion Mensch gefördert und in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Behindertensportverband umgesetzt wird, welchem die Zuständigkeit des Deutschen Sportabzeichens für Menschen mit Behinderungen obliegt. Auch über den Deutschen Gehörlosen-Sportverband sowie Special Olympics Deutschland erfährt das Projekt Unterstützung.

Sport verbindet

Während ihres Besuches beim SC Siemensstadt kamen Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin immer wieder mit Breitenportlern ins Gespräch. Als Schirmherrin von Special Olympics Deutschland ist es für Daniela Schadt eine Herzensangelegenheit, gerade Menschen mit Behinderungen für Sport zu begeistern.

„Wir machen Inklusion, weil es Menschen hilft, dazuzugehören” unterstrich Bundespräsident Joachim Gauck nach dem Rundgang, bei dem er von Walter Schneeloch, Vizepräsident Breitensport/Sportentwicklung beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), Claudia Zinke, Vizepräsidentin für Sportentwicklung, Breiten- und Freizeitsport beim Landessportbund Berlin, Matthias Brauner vom SC Siemensstadt und Berlins Innen- und Sportsenator Frank Henkel begleitet wurde. Auch der Vizepräsident des Deutschen Behindertensportverbandes, Thomas Härtel, und Christina Marx von der Aktion Mensch waren mit dabei.

„Das Sportabzeichen ist hochattraktiv, um Menschen aller Couleur zusammenzubringen: Alle Generationen, Kinder mit dem Bundespräsidenten, Menschen mit und ohne Behinderungen“, sagte DOSB-Vizepräsident Walter Schneeloch. Er bedankte sich nicht nur beim Bundespräsidenten für die große Ehre, die er dem Breitensport erwiesen habe, sondern auch beim Organisationsteam um Anke Nöcker und Katja Sotzmann vom Landessportbund Berlin sowie beim SC Siemensstadt mit allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.

Ein Treffen mit Weltklasse-Sportlern

Professionelle Tipps bekamen die Teilnehmer in Berlin von vielen bekannten Sportlerinnen und Sportlern. Der Silbermedaillengewinner im Zehnkampf von Atlanta 1996, Frank Busemann, war als Botschafter von kinder+Sport dabei, der frühere Weltklasse-Stabhochspringer Danny Ecker für die Sparkassen-Finanzgruppe und Stuntfrau, Model und Moderatorin Miriam Höller vertrat als Sportabzeichenbotschafterin Ernsting’s family. Alle drei Unternehmen gehören gemeinsam mit der Krankenkasse BKK24 zu den Nationalen Förderern des Deutschen Sportabzeichens.

Mit Kirsten Bruhn, dreifache Paralympics-Siegerin im Schwimmen, die als DOSB-Botschafterin der Sportabzeichen-Tour in Berlin war, Mathias Mester, mehrmaliger Weltmeister im Speerwerfen und Gewinner der Silbermedaille im Kugelstoßen bei den Paralympics 2008 in Peking und Sportbotschafter der Aktion Mensch sowie DOSB-Maskottchen Trimmy traten alle sechs im Sprint gegeneinander an. Bundespräsident Joachim Gauck schlug die Startklappe. Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen kamen Frank Busemann, Danny Ecker und Matthias Mester schließlich gemeinsam ins Ziel.

Auch morgen sind die Prüfstationen für das Deutsche Sportabzeichen auf dem barrierefreien Gelände des SC Siemensstadt noch einmal von 11 bis 17 Uhr besetzt. Alle mit und ohne Behinderungen sind dann noch einmal herzlich eingeladen, ihr Können in den verschiedenen Disziplinen zu testen.

(Quelle: wirkhaus)