„Weißwasser kann mit den Großen mithalten“

Wolfgang Petsch im Interview beim Tourstopp in Weißwasser (Quelle: SSV Weißwasser)

Wolfgang Petsch - auf der Spotabzeichen-Tour im Einsatz (Quelle: SSV Weißwasser)
Wolfgang Petsch, der als „Vater des Sportabzeichens“ in Weißwasser bekannt ist, steht gerne Rede und Antwort in einem persönlichen Interview.
Herr Petsch, in Weißwasser gelten Sie als „Vater des Sportabzeichens“. Wie kamen Sie zu diesem Titel?
Da müssen Sie eigentlich die anderen fragen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich sehr früh angefangen habe, das Sportabzeichen beim TSG Kraftwerk Boxberg voranzutreiben. Das ging schon Anfang der 90er Jahre los. Ich war damals Leiter der Leichtathletikabteilung.
Die Begeisterung für das Deutsche Sportabzeichen hat schnell auf die anderen Sparten im Verein übergegriffen, so dass wir in den letzten Jahren - gemessen an unserer Mitgliederzahl - in Sachsen immer auf den ersten Plätzen waren. Dadurch haben wir auch den Sportkreis mit hochgezogen, der ebenfalls im landesweiten Vergleich punkten konnte. In Weißwasser haben elf Prozent der Einwohner das Deutsche Sportabzeichen abgelegt, In ganz Sachsen liegt der Schnitt bei 0,5 Prozent. Das heißt schon was.
Dazu kommt, dass der Oberbürgermeister auf unser Anraten feierliche Verleihungsfeiern in allen Schulen der Stadt macht. Für die Kinder ist das eine großartige Sache. Das hat inzwischen in Weißwasser Tradition und umliegende Orte wie Krauschwitz oder Bad Muskau haben das übernommen. Darauf bin ich ein bisschen stolz.
Wie kam es überhaupt dazu, dass die Sportabzeichen-Tour nach Weißwasser gelangte und welche Rollen haben die verschiedenen Institutionen gespielt?
Der Deutsche Olympische Sportbund wurde durch die guten Abnahmezahlen auf uns aufmerksam und hat 2006 bei der TSG angefragt, ob wir einen Tourstopp ausrichten würden. Wir haben dann beschlossen, das über den Stadtsportverband zu machen, weil der Wirkungskreis so einfach größer ist.
Aber es sind längst nicht nur die Vereine, die sich in Weißwasser für das Deutsche Sportabzeichen stark machen. Bei der Sportabzeichentour 2010 haben sich 17 Schulen mit insgesamt 2.400 Schülern beteiligt. Auch die Weißwasseraner Feuerwehr ist aktiv und macht beim Sportabzeichen-Wettbewerb der Sparkassen-Finanzgruppe mit.
Außerdem ist es uns gelungen, den Profisport einzubinden. Unsere Eishockey-Profis von den Lausitzer Füchsen machen jetzt schon das fünfte Jahr geschlossen das Deutsche Sportabzeichen. Das dürfte in Deutschland einzigartig sein und hat sicherlich auch zum Ruf Weißwassers als Sportabzeichenstadt beigetragen. Man sollte übrigens nicht denken, dass die Eishockeyspieler das Sportabzeichen so nebenbei machen. Da haben einige richtig zu kämpfen. Wenn ich an den kleinen André Mücke denke - der hat immer Probleme die 7,26 kg-Kugel auf die acht Meter zu bringen.
Welchen Tipp würden sie denn anderen Gemeinden mit auf den Weg geben, wo es mit dem Deutschen Sportabzeichen nicht so läuft?
Ich würde denen sagen: Organisiert Abnahmen und klemmt Euch dahinter, sonst geht Euch wirklich etwas verloren. Wir haben über das Sportabzeichen viele Menschen für die Sportangebote in der TSG gewinnen können. Das kann ich mit Brief und Siegel behaupten. Wenn die Menschen über den Fitnessorden zu unseren Trainings kommen und mitmachen, dann haben wir unser wichtigstes Ziel erreicht.
Im diesem Jahr zeichnet die Sparkassen-Finanzgruppe den besten Ausrichter der Sportabzeichen-Tour aus. Rechnen Sie sich Chancen aus?
Da halte ich mich zurück. Ich kenne ja die anderen Veranstalter nicht. Ich weiß nur, dass es sehr gut angekommen ist, dass wir Adi aus dem DDR-Kinderfernsehen mit eingebunden haben. Seit „Mach mit, mach’s nach, mach’ besser“ hat er nichts verlernt. Wie der die Kinder animiert und begeistert hat, das war schon toll. Wenn das mitgewertet wird, haben wir vielleicht eine Chance. Aber die anderen Ausrichter haben bestimmt auch gute Einfälle.
Worauf ich wirklich stolz bin ist, dass wir als kleiner Veranstalter - was die Teilnehmerzahlen angeht - durchaus mit den Großen mithalten können. Das spricht sicherlich auch für uns.









