Infos für Veranstalter

Auf dieser Seite finden Sie Materialien, Anregungen und Hilfestellungen zu Sportabzeichen-Inklusionsveranstaltungen. 

Hier finden Sie eine Übersicht der Sportabzeichen-Disziplinen für Menschen mit und ohne Behinderungen.

Handbuch zur Sportabzeichen-Tour 2015

 

Kapitel 12 des DSA-Tour Handbuches 2015 gibt Anregungen und hilfreiche Informationen zur Planung einer Inklusions-Veranstaltung im Rahmen des Deutschen Sportabzeichens.   

Erfahrungen zur Planung einer Inklusionsveranstaltung auf der Sportabzeichen-Tour

Quelle: LSB NRW Foto: Andrea Bowinkelmann

Planung eines Inklusions-Events auf der DSA-Tour 2014

Feedback von Detlev Kerkow (Sportabzeichenobmann, KSB Wittenberg)

1. Ist der Ansatz der Inklusion im Bereich des Sportabzeichens in Kooperation mit Vereinen vorher schon einmal aktiv umgesetzt worden?

Kerkow: Ja, wir haben schon vorher entsprechende Vereine und Förderschulen angesprochen. Allerdings war es immer sehr schwer, diese zahlreich akquirieren, da es im Förderbereich weit weniger Vereine gibt.

2. Welche Einrichtungen/Institutionen in Ihrer Region kümmern sich nach Ihrem Wissen um Menschen mit Behinderung?

Kerkow: Wir haben den Behinderten-Verband auf Landesebene. Es gibt sieben Förderschulen für Geistig-Behinderte aber auch weitere Institutionen, in der Menschen mit anderen Behinderungen vertreten sind.

3. Welche Netzwerkpartner aus dem Sport haben Sie angesprochen?

Kerkow: Wir haben alle Institutionen angesprochen, die im Landkreis irgendwie mit Sport zu tun haben. Dazu gehörten der Landessportbund, die kommunale Verwaltung bis zu den Sportvereinen. Das Organisationsteam bestand aus 40 Leuten. Hinzu kommen 200 Helfer.

4. Gab es Partner außerhalb des Sports, die Sie angesprochen haben?

Kerkow: Wir haben die Gemeinde, die Stadt und diverse Sponsoren angesprochen. Zum Beispiel das Luther-Hotel, Lotto Toto, Baumärkte wie OBI oder Supermärkte wie Edeka. Dazu brauchten wir ein Busunternehmen, das die Schulen hier her bringt. Die Bundeswehr hat uns bei der Betreuung der Klassen unterstützt.

5. Welche weiteren Partner für die Planung und Umsetzung inklusiver Veranstaltungen, konnten aus Zeit- und Kapazitätsmangel nicht angesprochen und eingebunden werden?

Kerkow: Das waren nur Partner, die schon in vielen Bereichen helfen und darum gebeten haben, Luft zu holen (z. B. Baumärkte, Versicherungen). Alle anderen haben teilgenommen.
6. Wie haben Sie das Thema Inklusion im Sport im Rahmen der Planung und Umsetzung der Veranstaltung aufgegriffen?

- im Vorfeld

Kerkow: Wir sind im Februar erstmals auf die Schulen zugegangen, haben in unserem Landkreis 58 Schulen und sieben Förderschulen angeschrieben. Danach gab es mehrere Ortsbesprechungen mit den Netzwerkpartnern. In der ersten Besprechung haben wir unsere Vorstellungen gezeigt und die Idee der Inklusion vorgestellt. Die zweite Besprechung fand in in einem großen Rahmen mit dem Landessportbund statt. Dann haben wir alle Partner zu einer dritten Besprechung eingeladen. Die Kernpunkte waren: Information, Organisation und Weiterbildung. Mit der klaren Zielvorstellung, dass Inklusion immer ein Teil des Events ist.

- am Tag der Veranstaltung

Kerkow: Heute ging es nur noch um die Umsetzung. Bei der Einweisung der Prüfer haben wir z. B. informiert, dass zwischendurch Inklusionsaufgaben auf sie zukommen werden.

- mit Blick auf die Nachhaltigkeit

Kerkow: Wir werden jetzt ein Feedback von den Vereinen und Schulen einholen. Wie war die Resonanz der Kinder? Das werden wir protokollieren und als Rückinformation wiedergeben. Ich würde das Wort Inklusion lieber weglassen. Ich würde es lieber Gemeinschaftssport nennen und die Teilnahme von Behinderten gar nicht so stark zum Ausdruck bringen.

7. Was hat aus Ihrer Sicht sehr gut geklappt?

Kerkow: Die Durchführung hat sehr gut geklappt. Ich wurde kaum gebraucht. Toll ist es zu sehen, dass sich die Teilnehmer hier auch richtig anfreunden und gemeinsam Sport treiben.
8. Fanden Sie das Thema bereichernd für Ihre Veranstaltung? (Inklusion als zentraler Aspekt Veranstaltung oder Randerscheinung?)

Kerkow: Ja, aber wenn wir es thematisieren, gehen wir den falschen Weg. Wir wollen, dass das Thema normalisiert. Und es funktioniert. Auf dem Sportplatz ist das heute fast schon Normalität. Die Zahlen sprechen für sich. 300 von 1400 Schülern sind Schüler mit Behinderung. Das sind fast 25 Prozent.


9. Wo sind Sie auf Schwierigkeiten gestoßen?

Kerkow: Hauptschwierigkeit ist der Vertrauensaufbau. Man trifft ja mit fremden Gesichtern aufeinander. Die Förderschulen sind nun mal „besondere Bereiche“. Damit ist eine Verbindung nicht von vornherein da. Ein anderes großes Problem ist, dass wir nicht genug Prüfer haben, die für die Abnahme von Behinderten berechtigt sind.

10. Hat Ihnen das Thema Türen geöffnet, z.B. bei der Einbindung der Politik?  

Kerkow: Ja, wir haben den Bürgermeister angesprochen und ihm gesagt, dass wir auf alle sieben Förderschulen zugehen. Er war begeistert. Auch bei den Ortsbesprechungen haben sich viele Verantwortliche aus der Politik eingebracht. Ohne diese Einbindung der Politik wäre es auch nicht gegangen. Ein Kreissportbund kann von seinem Budget und den finanziellen Mitteln der Sponsoren nicht alles machen. Zudem brauchen wir eine Genehmigung. Viele Ehrenamtler, die Beamte der Stadt sind, müssen freigestellt werden. 

11. Konnten Sie durch das Thema Partner aus der Wirtschaft für die Veranstaltung gewinnen?

Kerkow: Ja, bei der Anwerbung dieser Partner haben wir ganz klar gesagt: Wir wollen Inklusion. Und das hat Wirkung gezeigt.

12. Sind Ihnen Fördermöglichkeiten für inklusive Maßnahmen im Sport durch Stiftungen/öffentliche Hand/etc. bekannt?

Kerkow: Davon habe ich erst vor kurzem per Mail erfahren. Wir wussten zuvor zwar von Aktion Mensch, sind aber selbst nicht auf die Idee gekommen, Fördermittel zu beantragen.

 13. Haben Sie versucht, solche Fördermittel zu erhalten, wenn ja, mit welchem Erfolg?  

Kerkow: Nein. Aber wir werden das tun. Die Geschäftsstelle wird sich darum kümmern.

 

(Quelle: wirkhaus)

Erfahrungen aus Kiel und Wittenberg 2014

Quelle: Treudis Naß-SICHTSTARK

Wie Sportbazeichen-Inklusionsveranstaltungen funktionieren können, machten 2014 die Tour-Standorte Kiel und Lutherstadt Wittenberg vor. In Kiel legten knapp 1.800 Sportbegeisterte mit und ohne Behinderungen gemeinsam das Sportabzeichen ab. Als Highlight neben den Wettkämpfen gab es für die Sportlerinnen und Sportler Paralympics-Siegerinnen und -Sieger zum Anfassen. So waren Weitspringer und Paralympics-Sieger Markus Rehm und die dreimalige Paralympics-Siegerin im Schwimmen Kirsten Bruhn vor Ort und coachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den verschiedenen Prüfstationen.

„Das Deutsche Sportabzeichen und die Sportabzeichen-Tour sind ein Erfolgsprojekt. Wichtige Themen wie Inklusion sind hier genau in den richtigen Zusammenhang gesetzt. Wir stehen beim Thema Inklusion zwar noch am Anfang, aber ich bin sicher, dass die Veranstaltung hier in Kiel ein guter Start ist“, sagte DOSB-Vizepräsidentin 2014 Ilse Ridder-Melchers zum Start des Inklusionsprojektes auf der Sportabzeichen-Tour.

Ähnlich aktiv ging es in Wittenberg zu, wo ca. 1.600 Sportbegeisterte mit und ohne Behinderungen zusammen kamen. Die beiden überaus erfolgreichen Veranstaltungen gaben den Veranstaltern die Möglichkeit, konkrete Erfahrungen in der Planung und Umsetzung von inklusiven Veranstaltungen zu sammeln und mit ihren Erwartungen an ein solches Konzept abzugleichen.

Mehr zur Veranstaltung in Kiel lesen Sie hier:

Ankündigung der Veranstaltung

Bericht vom Veranstaltungstag

Nachbericht zur Veranstaltung

Der DOSB Sportabzeichenfilm Kiel

Der Sat1regional Sportabzeichen Film Kiel 

Mehr zur Veranstaltung in Wittenberg lesen Sie hier:

Nachbericht zur Veranstaltung