Freue mich aufs Wiedersehen mit dem Sportplatz am Meer

01.08.2012

Der frühere Zehnkämpfer Frank Busemann freut sich auf das Sportabzeichen- Finale auf Langeoog und erklärt warum es sich von allen Tourstopps unterscheidet.

Frank Busemann freut sich schon auf das Sportabzeichen-Finale auf Langeoog. Foto: DOSB

Für Frank Busemann, den früheren Zehnkämpfer und Olympiazweiten von Atlanta 1996, ist Langeoog die 37. Station, die er im Rahmen der Sportabzeichen-Tour besucht. Seit vier Jahren begleitet er für den Förderer „kinder+Sport“ die Veranstaltungsreihe. 

Herr Busemann, warum ist Langeoog als Abschluss für Sie noch einmal ein Höhepunkt der Tour?

FRANK BUSEMANN: Weil das Ambiente so besonders ist. Langeoog hat einfach dieses ganz andere Flair als die übrigen Tour-Stationen. Als ich das erste Mal nach Langeoog gekommen bin, da habe ich gedacht – wie soll das gehen? Wo soll man hier seine Prüfungen machen? Aber ich war schnell davon überzeugt, dass der Sportplatz am Strand einfach toll ist. Man hat ein Gefühl von Weite, es gibt viel Platz, die Sandbank ist härter als so manche Aschebahn von früher, also die Bedingungen stimmen. Langeoog beweist: Sport ist toll - man braucht dafür kein Stadion, sondern man kann einfach überall Sport machen.

Warum macht es Ihnen so viel Spaß, bei der Sportabzeichen-Tour dabei zu sein? Immerhin ist es Ihr viertes Jahr als Botschafter von kinder+Sport.

Es ist genau die Verbindung, etwas mit Sport und Kindern zu tun zu haben. Sport hat mich ja mein Leben lang begleitet, und der Umgang mit Kindern ist so schön, weil sie die Gelegenheit zum Sport so dankbar annehmen. Ich habe noch nie erlebt, dass die Kinder gesagt hätten, das ist alles Quatsch hier, warum machen wir das? Nein, sie freuen sich über die Gelegenheit sich auszuprobieren und haben richtig Ehrgeiz. Das geht manchmal so weit, dass Tränen fließen, wenn man die eigenen Erwartungen nicht erfüllt. In Niefern-Öschelbronn musste ich zum Beispiel einen Jungen trösten, der den Start beim Sprint einfach verpennt hatte und dann die Strecke in 9,6 Sekunden lief. Damit hatte er die Norm von 9,9 Sekunden zwar noch geschafft, aber er hätte locker unter 9 Sekunden laufen können, deshalb war er so enttäuscht.

Viele Kinder kennen Sie ja nicht mehr als aktiven Leistungssportler und Zehnkämpfer. Ist das ein Problem?

Dazu muss ich sagen, dass die Lehrer das immer sehr gut vorbereiten. Die erzählen ihren Schülern von mir, dass ich früher Zehnkämpfer war und 1996 bei den Olympischen Spielen in Atlanta die Silbermedaille geholt habe. Und dann werde ich ja auch bei der offiziellen Eröffnung als ehemaliger Olympiateilnehmer vorgestellt. Olympia – das kennen die Kinder zwar, ist aber für die meisten weit weg. Wenn sie dann Gelegenheit haben, mit mir in Kontakt zu kommen, dann gibt es auch keine Berührungsängste oder Hemmungen, wenn sie was vormachen sollen.

Und es gibt auch lustige Erlebnisse. Einmal hat mich ein 12-jähriges Mädchen zum Wettlauf herausgefordert, den ich dann locker gewonnen habe. ‚Boooh, kann der schnell rennen’, hat sie hinterher gestaunt. Ich habe sie getröstet, indem ich ihr erklärt habe, dass Sport früher ja mal mein Beruf war und dass man das eben nicht so schnell verlernt und dass sie trotzdem sehr schnell laufen kann, auch wenn sie gegen mich verloren hat.

Warum ist es aus Ihrer Sicht wichtig, dass auch die prominenten Gäste der Sportabzeichen-Tour die Turnschuhe anziehen?

Leute wie Heike Drechsler, Jennifer Oeser, Andreas Dittmer und ich, die bei Olympischen Spielen Medaillen geholt haben, sind für die meisten Besucher bei der Sportabzeichen-Tour Leute, die man aus dem Fernsehen oder von der anderen Seite des Zauns bei Sportveranstaltungen kennt. Wenn wir dann bei der Sportabzeichen-Tour gemeinsam mit allen anderen antreten, dann ist das ein ganz besonderes Gemeinschaftserlebnis. Gerade Kinder genießen es, in den Leistungssport hineingezogen zu werden. Wenn sie dann als Beute sogar noch ein Autogramm mit nach Hause nehmen können, macht das Olympia für sie greifbar.

Auf Langeoog zum großen Finale der Sportabzeichen-Tour 2012 werden wieder besonders viele prominente Gäste dabei sein – außer Ihnen, Heike Drechsler und Michael Hull für die BARMER GEK und Andreas Dittmer und Jennifer Oeser für die Sparkassen-Finanzgruppe. Wenn Sie sich eine Disziplin für den Promi-Wettkampf wünschen dürften, was wäre das?

Ach, ich bin da eigentlich offen – aber tanzen tue ich nicht,  nicht einmal für Geld. Das habe ich auch schon meiner Frau vor der Hochzeit gesagt – ich heirate nur, wenn ich nicht tanzen und keinen Schlips tragen muss – und sie hat sich darauf eingelassen, weil sie mich ja sowieso schon ein bisschen kannte.

(Quelle: DOSB)