Sportabzeichen lockt nach Reform mehr Erwachsene an

27.06.2014

Mehr erwachsene Absolventen, weniger Kinder und regionale Unterschiede – so fällt die Bilanz des Sportabzeichens im ersten Jahr nach seiner Reform aus.

Zugenommen hat nicht nur die Gesamtzahl der erwachsenen Sportabzeichen-Absolventen, sondern auch der Anteil der Erwachsenen, die 2013 zum ersten Mal ihr Sportabzeichen ablegten. Foto: LSB NRW

808.310 Mal wurde der Fitnessorden im vergangenen Jahr verliehen. Damit verzeichnet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) im ersten Jahr von Gold, Silber und Bronze zwar einen leichten Rückgang bei den absoluten Zahlen (zum Vergleich: 843.890 im Jahr 2012), aber im Bereich der Erwachsenen einen deutlichen Zuwachs um 8.321 Abzeichen. Das gab der DOSB am heutigen Freitag bei der Sportabzeichen-Tour in Gießen bekannt (Opens external link in new windowZur Statistik).

Zugenommen hat nicht nur die Gesamtzahl der erwachsenen Sportabzeichen-Absolventen, sondern auch der Anteil der Erwachsenen, die 2013 zum ersten Mal ihr Sportabzeichen ablegten. Sie machten im vergangenen Jahr 32 Prozent aller vergebenen Sportabzeichen aus, gegenüber einem Anteil von je 25 Prozent in den Jahren 2012 und 2011. Bemerkenswert dabei ist außerdem, dass im Erwachsenenbereich besonders viele Sportabzeichen in Gold vergeben wurden. Weniger Absolventen gab es dagegen bei Kindern und Jugendlichen, was zum Teil dem demographischen Wandel geschuldet ist.

„Entgegen der Annahme, dass die umfangreiche Sportabzeichen-Reform insbesondere im Erwachsenenbereich zunächst zu deutlichen Rückgängen führen würde, ist in diesem Altersbereich ein Aufwuchs festzustellen. Das freut uns sehr“, sagt Walter Schneeloch, DOSB-Vizepräsident Breitensport/Sportentwicklung: „Die Einführung des Sportabzeichens in Gold, Silber und Bronze zahlt sich hier aus. Die Zahlen zeigen zudem, dass der Markenkern des Sportabzeichen zukunftsfähig ist.“

Gisela Hinnemann aus dem DOSB-Präsidialausschuss Breitensport/Sportentwicklung erklärte beim Pressegespräch in Gießen: „Wie bei allen größeren Veränderungen wird es auch beim Deutschen Sportabzeichen noch etwas dauern, bis die Reformen vollumfänglich greifen können. Der DOSB wird aber auch weiterhin alle Rückmeldungen von der Basis aufnehmen und bewerten.“

Im Bereich der Kinder und Jugendlichen konnten im vergangenen Jahr 594.685 Sportabzeichen vergeben werden, das sind 43.901 weniger als im Jahr 2012. Allerdings stieg auch hier der prozentuale Anteil von Erstverleihungen; von 43 Prozent 2011 und 42 Prozent 2012 auf nun 46 Prozent. „Diese Entwicklung liegt in der Einführung des Deutschen Sportabzeichens in Gold, Silber und Bronze begründet“, sagte Gisela Hinnemann. 6.822 Mal wurde das Sportabzeichen an Menschen mit Behinderung verliehen, das waren 256 weniger als im Jahr zuvor.

Sichtbar werden in der Statistik zudem starke regionale Unterschiede. Während es in Mecklenburg-Vorpommern (plus 2.490 Sportabzeichen, +65,17 Prozent), in Sachsen (plus 1031, +5,18 Prozent) und im Ausland (plus 2.991, +32,03 Prozent) die stärksten Zuwächse gab, wurden in Berlin und Brandenburg prozentual die größten Einbrüche verzeichnet. Als Gründe werden rückläufige Schülerzahlen auf Grund des demographischen Wandels und das nachlassende Interesse der Bundeswehr am Deutschen Sportabzeichen genannt.

Fitnesstest für die ganze Familie

Nachdem der Vormittag in Gießen den über 1.000 Schülern gehörte, standen am Nachmittag Familien im Fokus. Bei einem Familienwettbewerb mussten mindestens zwei Familienmitglieder aus zwei Generationen zwei Disziplinen des Deutschen Sportabzeichens erfolgreich ablegen.

Außerdem engagierten sich wieder viele prominente Athletinnen und Athleten für den Breitensport. Der Silbermedaillen-Gewinner im Zehnkampf der Olympischen Spiele von Atlanta 1996, Frank Busemann, kam als Botschafter für kinder+Sport. Für die Sparkassen-Finanzgruppe war der frühere Weltklasse-Stabhochspringer Danny Ecker im Gießener West-Stadion. Action-Model und Stuntfrau Miriam Höller unterstützte die Tourbesucher für Ernsting’s family. Und natürlich durfte auch DOSB-Maskottchen Trimmy nicht fehlen.

In diesem Jahr können Fitnessorden-Fans ihre Erfahrungen und Kommentare zum Deutschen Sportabzeichen noch besser mit anderen teilen. Dafür genügt es, in den sozialen Netzwerken den Hashtag #Sportabzeichen zu verwenden. Alle so gekennzeichneten Beiträge laufen auf einer Social Wall auf der Webseite sowie auf der Opens external link in new windowSportabzeichen-App zusammen.

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(Quelle: DOSB)