Wittenberg verliert Stadtwette bei Sportabzeichen-Tourstopp

11.07.2014

Im Vorfeld des Luther-Jubiläums feierte Wittenberg am 11. Juli die Sportabzeichen-Tour und verlor die Stadtwette gegen Kanu-Olympiasieger Andreas Dittmer.

1.500 Teilnehmer legten beim Tourstopp in der Lutherstadt Wittenberg das Sportabzeichen ab. (Fotos: DOSB/Meike Engels)

„Wir sind eine Stadt mit großer Geschichte, aber wir sind auch eine Stadt des Sports“, unterstrich Bürgermeister Torsten Zugehör am Morgen bei der Eröffnung der Sportabzeichen-Tour in Wittenberg. „Wir haben uns vorgenommen, im Vorfeld des großen Luther-Jubiläums hochrangige Sportereignisse in die Stadt zu holen. Dieses Jahr ist es die Sportabzeichen-Tour zu der wir heute rund 1.800 Teilnehmer erwarten. 2017 werden wir vielleicht sogar eine Station bei der Tour de France sein“, so Zugehör weiter.

Mit dem Sport will die Stadt gezielt die Bürger mitnehmen und sie einbeziehen, in das was passiert, mit dem Ziel, dass sie sich aktiv beteiligen und Verantwortung übernehmen. Um möglichst viele aus der Stadt ins nur wenige Schritte entfernte Arthur-Lambert-Stadion zu locken, gab es schon auf dem Marktplatz das Deutsche Sportabzeichen zum Ausprobieren – der LC Wittenberg lud zum Seilspringen ein.

Gefordert waren die Wittenberger auch bei der Stadtwette, zu der der dreimalige Kanu-Olympiasieger Andreas Dittmer sie herausforderte. Er wettete, dass es der Stadt nicht gelingen würde bis 16.30 Uhr 95 Leute in historischen Gewändern der Lutherzeit auf die Bühne zu bringen - und er gewann. Um 16.30 Uhr kamen nur 67 Wittenberger im historischen Kostüm. Damit hat die Stadt die Wette verloren und Bürgermeister Torsten Zugehör wird am 23. August bei einer Kinderfahrradtour mit radeln.

Gemeinsam zum Sportabzeichen

Für den DOSB war Petra Tzschoppe vom Präsidialausschuss Breitensport/Sportentwicklung nach Wittenberg gekommen. Sie bedankte sich beim gesamten Organisationsteam unter Federführung von Detlev Kerkow vom Kreissportbund Wittenberg mit allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Außerdem unterstrich sie die gute Zusammenarbeit mit dem LSB Sachsen-Anhalt.

Petra Tzschoppe schlug aber auch eine Brücke zum zweiten Schwerpunkt der Sportabzeichen-Tour in Sachsen-Anhalt, der Einbindung behinderter Kinder und Jugendlicher in die Veranstaltung. „Im vergangenen Jahr sind bundesweit rund 7.000 Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung abgenommen worden. Sachsen-Anhalt lag hier als relativ kleiner Sportverband auf Platz vier. Das ist eine stolze Zahl.“

Gemeinsam mit den Kindern von sechs Grundschulen und sechs Kindertagesstätten haben in Lutherstadt Wittenberg auch die Schülerinnen und Schüler von drei Förderschulen und zwei Lernbehinderten-Schulen die Sportabzeichen-Prüfungen abgelegt. Der lernbehinderte Jeremy und die nicht-behinderte Sophia gingen zusammen von Station zu Station. Sie traten im Werfen, im 50-Meter-Lauf und beim Weitsprung an. Jeremy holte sich bei den ersten beiden Prüfungen Gold und im Weitsprung Silber, Sophia schaffte in allen drei Disziplinen Gold. „Ich bin so schnell, weil ich sonst noch Fußball spiele“, erzählte sie stolz und freute sich, weil sie vorher noch nie so weit gesprungen war. „Ich spiele auch Fußball“, strahlte Jeremy. „Der Tag hat mir sehr viel Spaß gemacht.“

Wie wichtig gerade für Kinder mit Handicap ein gemeinsames Erlebnis wie die Sportabzeichen-Tour ist, betonte auch Sportlehrer Ralph Weiser, der an der Schule Sonnenschein für geistig behinderte Kinder in Wittenberg unterrichtet. „Inklusion ist ein guter Gedanke, weil unsere Kinder nicht abseits stehen wollen. Solche Veranstaltungen, bei denen alle gemeinsam im Sinne der Inklusion auf ein Ziel hinarbeiten sollten ausgebaut werden. Denn ‚normale‘ Kinder und Jugendliche sind nicht immer freundlich zu behinderten Kindern. Das Geradezurücken dabei helfen Veranstaltungen wie diese hier.“ Der Sportlehrer hält es aber auch für wichtig, dass solche Events im Vorfeld  an den Schulen gut vorbereitet werden, damit sie funktionieren.

Sportliche Vorbilder

Begeistert waren alle Kinder davon, dass auch die Großen mit gutem Beispiel vorangingen. Petra Tzschoppe vom DOSB legte ihr Sportabzeichen ab und schaffte im Kugelstoßen Gold. Andreas Silbersack, Präsident des LSB Sachsen-Anhalt, konnte sich über das Sportabzeichen in Silber freuen. Bürgermeister Torsten Zugehör schnürte am Nachmittag die Turnschuhe.

Gute Tipps bekamen Groß und Klein von Andreas Dittmer und Frank Busemann, die als Botschafter der Sparkassen-Finanzgruppe und von kinder+Sport vor Ort waren. Beide Unternehmen sind neben Ernsting’s family und der Krankenkasse BKK24 Nationale Förderer des Deutschen Sportabzeichens, ohne deren Unterstützung die Sportabzeichen-Tour nicht umzusetzen wäre. Hilfe bekommt die Tour auch vom Getränkehersteller Bionade.

(Quelle: wirkhaus)