Ein Riesen-Sportfest zum 700. Geburtstag von Olpe

Die Sportabzeichen-Tour begeistert behinderte und nichtbehinderte Kinder

Horst Müller, der Bürgermeister von Olpe, mit Jochen Wollmert, DOSB-Maskottchen Trimmy und Frank Busemann
Gemeinsame Freude nach dem erfolgreichen Promi-Sprint über 50 Meter (Foto: Diana Zimmermann)

Morgens um halb acht haben die ersten Kinder schon vor dem Kreuzbergstadion in Olpe Schlange gestanden. Sie wollten am liebsten gleich mit den ersten Prüfungen für das Sportabzeichen anfangen und konnten es gar nicht abwarten, endlich loszulegen. Als sich um acht Uhr dann die Tore öffneten, stürmten sie den Platz.

Bei idealem Sportwetter – warm, trocken aber nicht zu heiß – sorgten rund 1.200 Schülerinnen und Schüler den ganzen Vormittag dafür, dass die Prüfer alle Hände voll zu tun hatten. Mittendrin rund 90 Kids mit Handicap. Die meisten von ihnen besuchen die Max-von-Grün-Schule für Körperbehinderte in Olpe. Einer von ihnen, der 12-jährige Daniel, wurde wie ein echter Star von einem Fernsehteam des WDR bei allen Prüfungen für sein Sportabzeichen begleitet.

Daniel schafft persönliche Bestleistung

Zuerst ging der bekennende Fußball-Fan des FC Bayern München mit seinem Rolli beim 50-Meter-Sprint an den Start. Als Daniel mit persönlicher Bestleistung ins Ziel rollte, wurde er von Frank Busemann, Olympiazweiter im Zehnkampf von Atlanta 1996 und dem Paralympics-Sieger von 2004 im Rollstuhl-Tischtennis Holger Nikelis in Empfang genommen. Beide gratulierten dem Jungen zu seinem Erfolg. Frank Busemann, der die Sportabzeichen-Tour für kinder+Sport begleitet, freute sich: „Hier sieht man, dass das Sportabzeichen Integration ist. Egal welche Vorlieben und Stärken jeder Einzelne hat, beim Sportabzeichen können das alle zeigen und bekommen auch Anerkennung dafür.“

Holger Nikelis, der mitten in der Wettkampf-Saison steckt und nächstes Jahr bei den Paralympics in London an den Start gehen wird, hatte es sich trotz vieler Termine nicht nehmen lassen, zur Sportabzeichen-Tour nach Olpe zu kommen. „Gerade für die Kinder mit Behinderung ist es ein Riesenerlebnis, bei einem solchen Tag dabei zu sein“, sagte der erfolgreiche Tischtennisspieler, der selbst im Rollstuhl sitzt. Dass es manchmal gar nicht so einfach ist, im Rollstuhl voranzukommen, das konnte man in einem Rolli-Parcours gleich am Eingang zum Stadion ausprobieren. Viele Kinder und Erwachsene ohne Handicap staunten nicht schlecht als sie merkten, dass es zum Beispiel gar nicht so einfach ist, im Rollstuhl über eine Rampe zu fahren.

Das Sportabzeichen ist gelebte Integration

Das Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung war auch ein zentrales Thema bei der Pressekonferenz. „Das Sportabzeichen ist ein Zeichen für gelebte Integration, weil es bei den Auszeichnungen keinen Unterschied zwischen behinderten und nichtbehinderten Sportlern macht. Auch wenn die Disziplinen, die man ablegen muss, sich unterscheiden, bekommen alle am Ende das gleiche Sportabzeichen“, betonte Walter Schneeloch, Präsident des Landessportbundes NRW und Vizepräsident des DOSB-Ausschusses Breitensport/Sportentwicklung. Der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes Friedhelm Julius Beucher bedankte sich noch einmal dafür, dass in Olpe auch die Sportlerinnen und Sportler mit Behinderung eingebunden wurden: „Das Sportabzeichen ist immer wieder ein toller Antrieb, um sich mit Zeiten, Weiten und Werten beim Sport selbst zu bestätigen, egal ob man behindert ist oder nicht“, sagte Beucher. Und der Paralympics-Sieger im Tischtennis von Peking 2008 Jochen Wollmert, der für die BARMER GEK in Olpe dabei war, ergänzte: „Das Sportabzeichen kann für Menschen mit Behinderung ein idealer Einstieg in den Sport sein, weil sie hier die Möglichkeit haben, verschiedenste Disziplinen auszuprobieren.“

Gerade im Erwachsenenbereich will sich der Landessportbund NRW in Zukunft dafür einsetzen, dass noch mehr Frauen und Männer den Fitnesstest im Rahmen des Sportabzeichens angehen. Vizepräsident Bärbel Dittrich sieht hier noch großes Entwicklungspotenzial: “Die Zahlen zeigen, dass 80 Prozent aller Sportabzeichen von Kindern und Jugendlichen abgelegt werden, also nur 20 Prozent von Erwachsenen. Hier müssen wir ansetzen. Menschen mit Behinderung bei den Sportabzeichen-Tagen einzubeziehen, ist in jedem Fall der richtige Weg.“

Busemann zeigt sich in guter Form

Zu den Highlights des Tages zählte ohne Frage der Promi-Sprint über 50 Meter, den Frank Busemann klar für sich entscheiden konnte. Als zweiter ging überraschend DOSB-Maskottchen Trimmy ins Ziel vor Jochen Wollmert und dem Olper Bürgermeister Horst Müller. Als regelmäßiger Jogger ist Müller sowieso eher Langstreckenspezialist und ließ sich durch den letzten Platz die gute Laune nicht verderben: „Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich einmal gegen einen Zehnkämpfer allererster Klasse antreten würde. Das ist ein schöner Gegensatz zu meinem monotonen Einzelkampf im Rathaus.“

Ein rundum gelungener Tag

Im Stadion herrschte aber auch vor und nach dem Promi-Sprint großer Trubel. Begeistert stürmten die Kids die Fun-Module der nationalen Förderer der Sportabzeichen-Tour. Zwischen den einzelnen Prüfungen für das Sportabzeichen sorgten das Springen auf dem Quartertramp der Sparkassen-Finanzgruppe und das Klettern am Multi-Tower der BARMER GEK für willkommene Abwechslung. Auch an der Fotostation von kinder+Sport gab es wieder großes Gedränge. Jeder wollte ein Bild von der Sportabzeichen-Tour mit nach Hause nehmen. Viele nutzten die Gelegenheit, sich über die Vorteile des neuen Sportausweises zu informieren.

Bei soviel Action war es natürlich kein Wunder, dass der Stand von Tourpartner BIONADE, wo kostenlos Getränke ausgeschenkt wurden, wieder ein echter Publikumsmagnet war.

Besonderes Lob gab es auch für das Organisationsteam vom Kreissportbund Olpe, das mit seiner Arbeit und seinem Engagement für einen gelungenen Sportabzeichen-Tag im Rahmen der 700-Jahr-Feier der Stadt sorgte. Das Fazit von Frank Busemann:„Auch Olpe hat mich wieder in meiner Mission für kinder+sport bestätigt: Kinder bewegen sich einfach gern. Wenn eine Gruppe Kinder auf einen Sportplatz kommt und Zeit hat, dann legen die Kids einfach los, ohne dass ich mich groß anstrengen muss. Das Kräftemessen und die Erfahrungen, die sie hier mit Erfolgen oder Niederlagen machen, formt die Kinder nicht nur für den Sport, sondern fürs Leben.“


  • Horst Müller, der Bürgermeister von Olpe, mit Jochen Wollmert, DOSB-Maskottchen Trimmy und Frank Busemann
    Gemeinsame Freude nach dem erfolgreichen Promi-Sprint über 50 Meter (Foto: Diana Zimmermann)
  • Frank Busemann konnte sich schon kurz nach dem Start an die Spitze setzen (Foto: Diana Zimmermann)
    Frank Busemann konnte sich schon kurz nach dem Start an die Spitze setzen (Foto: Diana Zimmermann)
  • Die Kinder bekamen noch vor Ort ihre Urkunden von Trimmy, Frank Busemann und Kunibert Rademacher, Kreissportbund Olpe (Foto: Diana Zimmermann)
    Die Kinder bekamen noch vor Ort ihre Urkunden von Trimmy, Frank Busemann und Kunibert Rademacher, Kreissportbund Olpe (Foto: Diana Zimmermann)

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