Ihre Energie ist einfach ansteckend

Ulla Walther-Thiedig hat viel für das Deutsche Sportabzeichen in Ludwigshafen getan. Und ihr Elan ist ungebrochen.

 „Ich empfehle jedem das Deutsche Sportabzeichen als persönlichen TÜV." (Foto: privat)
„Ich empfehle jedem das Deutsche Sportabzeichen als persönlichen TÜV." (Foto: privat)

Sie setzt sich seit Jahrzehnten für das Deutsche Sportabzeichen ein, leitet selbst Sportabzeichen-Treffs und organisiert große Veranstaltungen. Seit über 40 Jahren ist sie Prüferin und hat in diesem Jahr das 43. Sportabzeichen in Gold abgelegt. Damit nicht genug: Sie spricht auch noch Firmen, Politiker und Vereine aktiv an und engagiert sich in diversen Gremien. Wenn jemand rührig ist, dann ist das Ulla, „die Sportabzeichen-Frau“ – und das alles selbstverständlich ehrenamtlich. Deswegen wurde sie dem DOSB und dem diesjährigen Themenpartner, dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) für die Kampagne „Engagement macht stark!“ vorgeschlagen, in der Menschen mit beispielhaftem Engagement bedacht werden.

Ullas Mutter hat früh erkannt, dass Ihre Tochter ein Faible und vor allem ein Talent für den Sport hat. Schon als Siebenjährige ist sie über vier Meter weit gesprungen und entsprechend lebte sie ihre Leidenschaft bereits als Kind im Sportverein aus. Und eben jene Leidenschaft wurde für Ursula Carola – so steht ihr Name im Pass – dann auch zum Beruf. Die ehemalige Biologie- und Sportlehrerin hatte sich zur Aufgabe gemacht, ihre SchülerInnen zu motivieren, zu trainieren und immer daran zu arbeiten, doch noch ein bisschen mehr zu erreichen. Und das schlug zu Buche. Ihre Schule war mehrfach Pfalzmeister und Rheinland-Pfalz-Meister, weil sie die Schule mit den meisten Sportabzeichen war.

„Ulla ist Sportlerin vom Scheitel bis zur Sohle.“, so ihr Mann Manni. Und als der Sportbund Pfalz vor 19 Jahren auf sie zukam, um sie als Sportkreisbeauftragte zu gewinnen, war Ulla Feuer und Flamme. Seinerzeit war in Ludwigshafen in Sachen Sportabzeichen nicht viel geboten. 800, vielleicht 900 Deutsche Sportabzeichen jährlich wurden damals abgelegt. Doch Ulla wurde aktiv. Alle Vereine wurden mobilisiert. Der Sportdezernent wurde überredet, selbst das Abzeichen zu machen und heute ist die 1000er-Grenze längst geknackt. Üblicherweise werden heutzutage in Ludwigshafen rund 1.300 Sportabzeichen pro Jahr abgelegt. Vielleicht werden es beim diesjährigen Tourstopp ja sogar mehr. „So lange ich an der Front bin, hoffe ich, die 1.500 zu erreichen.“ so Ulla Walther-Thiedig.

Ein besseres Vorbild ist kaum vorstellbar

Tatsächlich zählt Ulla 77 Lenze, aber das glaubt ihr kein Mensch. Sie selbst fühlt sich auch nicht so betagt. Eher wie 50 und freut sich über ihre Gesundheit und ihre Kondition. Woher das kommt? Ulla hat eine Vermutung. Insgesamt gibt sie sechs Kurse pro Woche: die wöchentlichen Sportkurse für die BASF, den Gymnastikkurs für Frauen, den Sportabzeichentreff jeden Dienstag. Und dann noch die private Walkinggruppe, die sie organisiert und den Sport, den sie ganz allein für sich macht. „Des hält misch donn jung.“ sagt sie in ihrem zauberhaften pfälzischen Dialekt. Vielleicht helfen die Gene auch noch ein bisschen. Jedenfalls ist an Aufhören nicht zu denken. „So lange ich in den Gymnastikstunden noch alles vormachen kann, mache ich weiter.“

Für die Privatperson Ulla ist das Deutsche Sportabzeichen ihr persönlicher TÜV. Und das sagt sie auch anderen und motiviert immer wieder Jugendliche und Erwachsene, Ihre Fitness zu trainieren und zu überprüfen. Und das geht eben am besten mit dem TÜV der Breitensportler.

Das Deutsche Sportabzeichen hat einen immens hohen Stellenwert in Ullas Leben

Kurz vor dem diesjährigen Tourstopp des Deutschen Sportabzeichens in der Pfalz hat die leidenschaftliche Camperin noch einen Urlaub eingeschoben. Seit 27 Jahren fährt sie mit ihrem Mann nach Spanien auf den Campingplatz. Doch in diesem Jahr fällt der Urlaub zwei Wochen kürzer aus. Schließlich muss Ulla ja auf dem Platz stehen, wenn das große Fest startet. „Was machen die denn,

wenn Du mal krank bist? Dann muss es doch auch irgendwie gehen.“ fragt ihr Mann Manni. Aber da kennt sie kein Pardon. Wenn sie gebraucht wird, dann ist sie auch da. Das ist doch klar. Und den Vorschlag, eigens für den Tourstopp nach Ludwigshafen zu fliegen, hat sie abgelehnt. Naja, und eigentlich ist ihr Mann ja genauso engagiert. Er ist selbst seit Jahren Prüfer und ihre ganze Familie macht regelmäßig das Sportabzeichen.

Doch Ullas Engagement geht weit über die Hallen und Sportplätze hinaus. Sie organisiert jährlich die zentrale Eröffnung im Mai und das Last-Minute-Sportabzeichen am 27.12. Sie steht immer in Kontakt mit den Schulen und den Vereinen und bleibt am Sportabzeichen-Ball. „Mir macht die Arbeit sehr viel Spaß und die Stadtverwaltung Ludwigshafen unterstützt mich bestens. Und ich helfe gerne in der Politik, wenn’s brennt.“ Es fragt sich, wer hier wen unterstützt. Denn ohne ihren Einsatz hätte das Deutsche Sportabzeichen in Ludwigshafen möglicherweise weiter vor sich hingedümpelt. Offenbar handelt es sich hier um eine klassische Win-win-Situation. Ulla empfindet es als großes Plus, so viele Leute zu kennen, aktiv sein zu können und sich zu engagieren und Ludwigshafen tut gut daran, solche Menschen zu hegen und zu pflegen.

Jetzt aber schnell: Auf von Spanien ins Südweststadion!

In diesem Jahr wurde Ulla mit großem Rambazamba auf dem spanischen Campingplatz verabschiedet, weil jeder wusste, warum sie früher abreist. Ulla und ihr Mann Manni haben einen immens wichtigen Termin: Den Tourstopp des Deutschen Sportabzeichens am 12. Juni im Südweststadion Ludwigshafen. Dort wird ihr zum 15-jährigen Jubiläum des Bundesnetzwerkes Bürgerschaftliches Engagement (BBE) mit der Kampagne “Engagement macht stark!“ zusätzliche Aufmerksamkeit zuteilwerden. „Keine Ahnung, was mich da erwartet. Ich werde mich überraschen lassen“, sagt Ulla noch. Aber so wichtig scheint das auch nicht zu sein. Schließlich macht sie das alles aus innerer Überzeugung und mit viel Herz für den Sport und die Geselligkeit.

(Quelle: wirkhaus.berlin


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    „Ich empfehle jedem das Deutsche Sportabzeichen als persönlichen TÜV." (Foto: privat)

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