Klare Botschaft in Dillingen

Sportabzeichentag im Zeichen der Integration

Caritas-Mitarbeiterin Anja Klein (Foto: Christian Fickinger)
Caritas-Mitarbeiterin Anja Klein (Foto: Christian Fickinger)

In den letzten Monaten wurde das Thema Integration deutschlandweit diskutiert. In Dillingen an der Saar wird allerdings mehr getan als geredet. In der Stadt wird Integration gelebt – tagtäglich.

Die vierte Station der Sportabzeichentour des DOSB steht deshalb unter dem Schwerpunktthema Integration. Unterstützt wird die Aktion von der Caritas Dillingen. Caritas-Mitarbeiterin Anja Klein spricht darüber, wie der Brückenschlag zwischen Einwanderern und Sportvereinen funktioniert.

Frau Klein, warum passt das Thema Integration besonders gut nach Dillingen?

Anja Klein: In Dillingen gibt es einen hohen  Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere auch viele junge Menschen. Und es gibt viele Angebote für Zuwanderer von verschiedenen Seiten –  auch vom Sport.

Die Caritas spielt bei der Vermittlung der Menschen mit Migrationshintergrund in Vereine eine entscheidende Rolle. Wie genau sieht diese aus?

Anja Klein: Bei uns wurde  extra eine Stelle eingerichtet. Dort bekommen Menschen, die aus anderen Ländern in den Landkreis Saarlouis kommen, Informationen darüber, wie und wo sie sich ehrenamtlich einbringen  können. Die meisten Menschen, die hier ein neues Zuhause finden, haben auch schon in ihren Heimatländern Sport getrieben. Deshalb setzten wir in den Beratungsstellen schon frühzeitig an, sie über ihre Möglichkeiten hier in der Stadt zu informieren. Wir möchten, dass die Zuwanderer ihre Interessen, Talente und auch den Spaß an der Sache in ihrer neuen Heimat mit in die Gemeinschaft einbringen. So finden die Menschen hier schneller ihren Platz in der Gesellschaft. Wir sind immer wieder überrascht, wie schnell sie  diese Angebote annehmen und trotz Sprachbarrieren den Kontakt zu den Vereinen suchen.

Wie und wo sprechen Sie die Menschen an?

Anja Klein: Das passiert in den individuellen Beratungsgesprächen in unserer Caritas-Geschäftsstelle. In erster Linie erreichen wir die Menschen aber in den Sprachkursen. Dort gibt es für uns schon kurz nach der Einreise die Möglichkeit, viele Menschen zu erreichen. Heißt, wir besuchen die Sprachkurse im gesamten Landkreis Saarlouis und geben Informationen  darüber, welche Vereinsangebote es bei uns gibt. In der Regel ist es so, dass Eltern zunächst für ihre Kinder nach einer Sportart oder einem Verein fragen und dann sich dann im Gespräch auch überlegen, dass ein Verein für sie selbst auch eine gute Chance wäre.

Gibt es klare Favoriten bei den Zuwanderern, was die sportlichen Ambitionen angeht?

Anja Klein: Nein, das ist bunt gemischt –  genauso wie bei uns Deutschen. Fußball kennen die meisten natürlich, aber auch Schwimmen, Aerobic, Mutter-und-Kind-Sportgruppen, Schwangerschaftsgymnastik und  Kampfsportarten sind sehr gefragt. Und wir stellen immer wieder fest, dass neben dem Sport auch Musikvereine und Chöre auf großes Interesse bei den Migranten stoßen.

Wie sehen Sie im Bezug auf den Sportabzeichentag am 27. Mai die Rolle der Caritas?

Anja Klein: Die enorme Beteiligung zeigt ja bereits im Vorfeld, dass es großes Interesse gibt. Alle Grundschulen aus Dillingen werden zu den Sportabzeichen-Prüfungen antreten. Dort sind die Schüler mit Migrationshintergrund automatisch eingebunden. Es ist wichtig,  die Menschen frühzeitig nach ihrer Einreise zu informieren und in der ersten Zeit auch zu begleiten. Das erleichtert Vielen die Eingliederung in die Gemeinschaft.

Welche Botschaft hat die Caritas für alle Menschen aus Dillingen-gerade in Bezug auf den Sportabzeichentag?

Anja Klein: Uns ist es ein großes Bedürfnis den Einheimischen zu sagen: Geht auf die Migranten zu. Es kommen so viele Menschen mit Talenten und Begabungen nach Deutschland und ein Großteil davon ist bereit, sich in den Vereinen zu engagieren. Es reicht aber nicht, den Leuten zu sagen, dass sie in die Sportvereine kommen sollen. Sie müssen dort auch willkommen sein und es muss jemanden geben, der auf sie zugeht. In dieser Hinsicht sind die Dillinger auf der stärkeren Seite und die sollten sie nutzen.

Also kann der Sport jeden Tag einen großen Anteil zur Integration leisten?


Anja Klein: Auf jeden Fall. In den Vereinen besteht die Gemeinschaft bereits und jedes neue Mitglied kann zur Bereicherung beitragen. Und in den meisten Sportarten müssen Zuwanderer nicht die Sprache perfekt beherrschen, um die Regeln zu verstehen. Gleichzeitig geht es in den Vereinen aber auch um Werte wie Fairness und Verständnis, hier schlägt der Sport eine ganz entscheidende Brücke zwischen Einheimischen und Zuwanderern.

Wie definieren Sie persönlich Integration?

Anja Klein: Für mich bedeutet Integration, dass ich dort, wo ich wohne, mich auch wohl fühle. Dass ich, wenn ich auf die Straße gehe, Menschen kenne. Ganz einfaches Beispiel: Wenn ich einkaufen gehe, habe ich Kontakte, grüße Menschen und komme mit ihnen ins Gespräch. Und genau das funktioniert auch in den Sportvereinen in Dillingen sehr gut. Hier findet eine Einbettung statt und den Migranten wird die Chance gegeben, sich zu Hause zu fühlen.

Informationen unter http://www.caritas-saarlouis.de 


  • Caritas-Mitarbeiterin Anja Klein (Foto: Christian Fickinger)
    Caritas-Mitarbeiterin Anja Klein (Foto: Christian Fickinger)

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