Schneller als die Konkurrenz

Die TU Darmstadt ist auch beim Verarbeiten der Daten zur Sportabzeichen-Uni-Challenge spitze.

In Darmstadt gab es am 18. Juni mit der Uni-Challenge-App kaum noch Wartezeiten bei den einzelnen Disziplinen (Foto: Helge Lamb)
In Darmstadt gab es am 18. Juni mit der Uni-Challenge-App kaum noch Wartezeiten bei den einzelnen Disziplinen (Foto: Helge Lamb)

Noch immer ist die Freude über den dritten Sieg in Folge bei der Sportabzeichen-Uni-Challenge in Darmstadt riesig. Dabei ist das Triple den TU-lern nicht einfach in den Schoß gefallen. Sie haben dem Druck standgehalten und psychische Stärke bewiesen, sich aber auch exzellent auf die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und der Krankenkasse BKK24 ausgerufene Sportabzeichen-Uni-Challenge vorbereitet. Die eigens dafür entwickelte Web-Applikation spart nicht nur Zeit, sondern sorgt auch dafür, dass alle Ergebnisse jederzeit live abrufbar sind.

Entwickelt hat die Web-Applikation Gerrit Kollegger, der beim Unisport-Zentrum eine halbe Stelle für IT-Betreuung und Lehre in der Sportpraxis hat. Im Rahmen einer zweiten halben Stelle promoviert er am Institut für Sportwissenschaft in Darmstadt im Bereich Mensch-Roboter-Interaktion. Die Sportabzeichen-Uni-Challenge-App arbeitet webbasiert. Sie läuft auf jedem Smartphone, Tablet oder Computer, mit dem man aufs Internet zugreifen kann.

Computer rechnen besser

„Als wir 2017 das erste Mal bei der Sportabzeichen-Uni-Challenge dabei waren, haben wir gemerkt, wie extrem aufwendig und zeitintensiv das Verfahren ist, die Punkte und Leistungen aller Teilnehmenden auf Papier zu erfassen, mit den Anforderungstabellen abzugleichen und weiterzugeben. Es kostet unheimlich viel Zeit, von Station zu Station zu gehen, um die Ergebnisse zusammenzutragen", beschreibt Gerrit Kollegger den Ausgangspunkt.

„Im vergangenen Jahr haben wir dann das Verfahren mit Google-Docs und Excel-Makros halb automatisiert. Da war die Menge der Anforderungen im Zuge der Auswertung aber zu hoch, deshalb haben wir für dieses Jahr eine eigene Web-Applikation entwickelt. Ich durfte das in meiner Arbeitszeit erledigen, weil wir von Anfang an davon überzeugt waren, dass wir mit der App auf lange Sicht viel Zeit sparen werden."

Die Neuentwicklung, die bei der Sportabzeichen-Uni-Challenge 2019 zum ersten Mal zum Einsatz kam, greift auf eine Datenbank zu und funktioniert so: Jeder, der mitmacht, erhält bei der Anmeldung eine Startnummer, unter der auf der Homepage der Sportabzeichen-Uni-Challenge-App alle persönlichen Daten hinterlegt werden. Dabei ist es egal, ob die Teilnehmenden sich vorab im Internet anmelden, sich vor Ort registrieren lassen oder an den einzelnen Stationen einfach einen QR-Code scannen und direkt bei der Uni-Challenge mitmachen.

Immer auf dem aktuellen Stand

Die Sportabzeichen-Prüferinnen und -Prüfer müssen dann an allen Stationen über die App nur noch die Startnummer und das Ergebnis eingeben. Diese Infos werden dann vom System automatisch mit den Leistungsanforderungen für das Deutsche Sportabzeichen abgeglichen und ausgewertet. Gleichzeitig bietet die App zu jeder Zeit live einen aktuellen Überblick, wie viele Leute mitmachen und wie viele Punkte sie schon gesammelt haben.

Ein Beispiel: Die Startnummer 117 geht beim Weitsprung an den Start und springt 4,60 Meter. Das System weiß aufgrund der Startnummer, dass es sich um einen 28-jährigen männlichen Teilnehmer handelt, der mit diesem Ergebnis die Wertung für das Deutsche Sportabzeichen in Silber geschafft hat und damit bei der Challenge zwei Punkte für Darmstadt macht.

Für die Sportabzeichen-Prüferinnen und -Prüfer fällt so das langwierige Erfassen von Daten in Tabellen und Errechnen von Punkten weg, aber auch für die Teilnehmenden selbst hat die App viele Vorteile. Zum Beispiel gibt es keine langen Warteschlangen bei der Anmeldung und bei den verschiedenen Sportabzeichen-Disziplinen.

„Von den Teilnehmenden gab es durchweg positive Reaktionen. Alle waren beeindruckt, wie reibungslos es geklappt hat und wie hoch die Frequenz bei den einzelnen Stationen war", sagt Gerrit Kollegger. Besonders gefreut haben sich die TU-ler aber auch darüber, dass sie jederzeit die eigenen Ergebnisse im Blick hatten. Sie konnten nach jeder Disziplinen sofort kontrollieren, ob ihre Werte korrekt eingetragen wurden und sehen, wie viele Punkte sie damit bei der Challenge geholt haben. Sogar das WLAN ist stabil geblieben. Die Techniker des Hochschulrechenzentrums hatten nach den schlechten Erfahrungen im letzten Jahr vorgesorgt, so dass die mobilen Hotspots für den Notfall gar nicht zum Einsatz kamen.

Eine App, viele Möglichkeiten

„Wir stellen unsere App auch gerne anderen Unis zur Verfügung, die bei der Sportabzeichen-Uni-Challenge mitmachen wollen. Das heißt wir setzen ihnen das System auf, aber wir machen keinen technischen Support", bietet Gerrit Kollegger an. „Es wäre doch schön, wenn bei der Uni-Challenge 2020 alle zu jeder Zeit wüssten, wer gerade vorne liegt und welche Uni vielleicht noch aufholen muss. Das ist auch das, was die Teilnehmenden bei uns in diesem Jahr immer sehr interessiert hat."

Auch für kleine uni-interne Extra-Wettbewerbe ist die Sportabzeichen-Uni-Challenge-App ein tolles Instrument. Die TU Darmstadt belohnt zum Beispiel das Team mit den meisten aktiven Teilnehmenden oder die Mannschaft, die im Verhältnis zur Mitgliederzahl in der kürzesten Zeit das beste Ergebnis schafft. Alles Werte, die die App ganz einfach ausspucken kann. Aber auch in Sachen Nachhaltigkeit sieht Gerrit Kollegger durch die App neue Perspektiven.

„Dadurch, dass die App die individuellen Ergebnisse in Sportabzeichen-Kategorien umrechnet, haben viele der Teilnehmenden erst entdeckt, was sie beim Deutschen Sportabzeichen alles erreichen können. Wir hoffen, dass wir so möglichst viele langfristig dafür begeistern können, damit sie auch nach der Sportabzeichen-Uni-Challenge dranbleiben und die fehlenden Disziplinen im Nachgang noch ablegen. Außerdem hilft uns die App beim Weitergeben der Ergebnisse und Daten unserer Teilnehmenden an den Landessportbund. Da muss nichts mehr extra eingetragen werden, wir melden die erfassten Daten einfach weiter."

(Quelle: TaTenTeam)


  • In Darmstadt gab es am 18. Juni mit der Uni-Challenge-App kaum noch Wartezeiten bei den einzelnen Disziplinen (Foto: Helge Lamb)
    In Darmstadt gab es am 18. Juni mit der Uni-Challenge-App kaum noch Wartezeiten bei den einzelnen Disziplinen (Foto: Helge Lamb)
  • Gerrit Kollegger hat die Web-Applikation extra für die Uni-Challenge entwickelt (Foto: Gerrit Kollegger)
    Gerrit Kollegger hat die Web-Applikation extra für die Uni-Challenge entwickelt (Foto: Gerrit Kollegger)
  • Die Sportabzeichen-Prüferinnen und -Prüfer müssen nur noch die Startnummer und das Ergebnis eingeben.
    Die Sportabzeichen-Prüferinnen und -Prüfer müssen nur noch die Startnummer und das Ergebnis eingeben.
  • Jeder kann auf einen Blick die eigenen Leistungen kontrollieren.
    Jeder kann auf einen Blick die eigenen Leistungen kontrollieren.

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