VfL Fontana Finthen 20 Jahre Stützpunktverein

Am 17. 9. 2010 feierte die Sportjugend Rheinland-Pfalz mit einem Festakt unter Mitwirkung von Ministerpräsident Kurt Beck in Koblenz das 20jährige Jubiläum der Aktion „Integration-durch-Sport“. Unser Verein ist einer der ältesten und rührigsten von nur 20 Stützpunktvereinen im ganzen Land. Wir wurden 1991 von Steffen Grummt, einem ehemaligen Weltmeister im Bobfahren und späteren Sportjugendführer in Rheinland-Pfalz angesprochen.

Er hatte unseren intensiven Englandaustausch wahr genommen und fragte, ob wir uns denn nicht bei der Aktion „Sport mit Aussiedlern“ beteiligen wollten. Jugendleiter Winfried Schmitt zeigte sich angetan und füllte die entsprechenden Anträge aus. Damals kam im Rahmen der Grenzöffnungen in Osteuropa eine  große Zahl von deutschstämmigen Spätaussiedlern nach Finthen. Uns gelang es, viele von ihnen in unseren Verein zu holen. Ich erinnere nur an Adam Skora, unseren späteren 1. Mannschaftskapitän oder Andy Beck, langjähriger Jugendtrainer bei uns. Es war ein großer Gewinn für uns, denn der Verein profitierte sportlich gewaltig von dieser Gruppe. Auch finanziell konnten wir viele Zuschüsse der Sportjugend bekommen, um die steigenden Ausgaben für Bälle und Trainingsmaterialien  bestreiten zu können.  Aber auch die Zuwanderer profitierten. Sie fanden ganz schnell Anschluss zur heimischen Bevölkerung, der Verein leistete oft Hilfe bei der Lehrstellensuche oder Jugendleiter W.Schmitt engagierte sich bei einigen auch als Nachhilfelehrer bei schulischen Problemen.

Als der Zustrom von Spätaussiedlern nachließ, wurde das Programm zwei Mal umbenannt. Zunächst hieß es „Sport-gegen-Gewalt“. Hier konnten wir durch finanzielle Unterstützung des Jugendamtes mehrwöchige Anti-Aggressions-Kurse anbieten, die dafür sorgten, dass die Anzahl der Roten Karten bei uns gewaltig sank.

Nach einer weiteren Umbenennung heißt die Aktion jetzt „Integration-durch-Sport“. Der Name beinhaltet, dass nicht nur deutschstämmige  Spätaussiedler integriert werden sollen, sondern auch Menschen aus allen Teilen der Welt, die es nach Finthen verschlagen hat und die hier bei uns Sport treiben wollen und, genauso wichtig, am gesellschaft-lichen Leben teilnehmen wollen.

Sport spricht alle Sprachen, so lautet das Motto der Aktion und dies ist absolut richtig. Auf dem Fußballplatz kann einer glänzen und wichtig werden, ohne dass er ein Wort deutsch spricht. Er wird anerkannt, findet Freunde und lernt sicherlich schneller deutsch, wie wenn er in Isolation verharrt. Wir versuchen solche Jugendliche durch Aktionen wie unsere Jedermannturniere oder unsere Spielfeste ( siehe Fotos) in den Verein zu holen.  

 Wenn dies gelungen ist, wollen wir es natürlich nicht dabei bewenden lassen. Mannschaftsfeste und Fahrten sollen dafür sorgen, dass die Kinder und Jugendlichen fest in unser Klubleben integriert werden, aber auch die Eltern, denen es sehr oft schwerer fällt, sich in der fremden neuen Heimat wohl zu fühlen.

Ein weiterer Schritt zur Integration ist es, diese Zielgruppe dazu zu bewegen, Verantwortung zu übernehmen. Aus diesem Grund haben wir eine vereinsinterne Jungtrainerausbildung installiert.  Die Jugendlichen lernen, die verantwortungsvolle Tätigkeit eines Jugendtrainers zu übernehmen. Sie erhalten dafür auch eine Bescheinigung des Vereins und vergrößern dadurch ihre Chancen auf dem Lehrstellenmarkt, denn junge Leute, die sich sozial engagieren, sind gesucht. Beispiele hierfür sind Tareq Nazary (afghanische Wurzeln), Nelson Kari-Kari ( ghanaische Wurzeln)  oder unser letztjähriger  Josef-Silz-Pokal-Preisträger Ahli Pinto, dessen Wurzeln in Togo liegen.

Ich bitte alle Jugendlichen unseres Vereins, die sich vorstellen können, als Jugendtrainer bei uns tätig zu werden (natürlich zuerst begleitet von einem Erwachsenen), sich beim Jugendleiter zu melden

                  



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