Soldaten laufen für Soldaten

Absolvierte Zeiten fürs Sportabzeichen anrechenbar

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière hat die Schirmherrschaft über den Solidaritätslauf übernommen (Quelle: hsu-hh.de)
Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière hat die Schirmherrschaft über den Solidaritätslauf übernommen (Quelle: hsu-hh.de)

Seit einigen Jahren gehören Tod, Verwundung und Traumatisierung wieder zur Realität von deutschen Soldaten. Eine Projektgruppe der Helmut-Schmidt-Universität (Universität der Bundeswehr Hamburg) möchte mit einem Spendenlauf zugunsten versehrter Soldaten und Hinterbliebener von Gefallenen am 26. Mai 2011 ein Zeichen setzen. Teilnehmen dürfen alle Angehörigen der Hamburger Universität. Die Soldaten können sich die 3.000-Meter-Strecke für ihr Sportabzeichen anrechnen lassen.

Bei einem Spendenlauf zugunsten verwundeter Soldaten wird das Sportabzeichen zur Nebensache. Andererseits dürfte das Angebot, mit seiner Teilnahme an dem Lauf eine Disziplin des Deutschen Sportabzeichens zu absolvieren, für den einen oder anderen Soldaten ein zusätzliches Argument liefern, sich zu beteiligen.

„Jeder Soldat, unabhängig von Dienstgrad oder Alter, muss jährlich die Bedingungen für das Sportabzeichen erfüllen“, sagt Leutnant Tobias Münzel. „Kommt er dem nicht nach, bringt das Nachteile für seine Laufbahn mit sich.“ Münzel ist Student an der Helmut-Schmidt-Universität und als Mitglied der Projektgruppe „Solidaritätslauf 2011“, zuständig für deren Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Jeder Teilnehmer bezahlt eine Startgebühr von 10 Euro. Geld, das der Oberst Schöttler Versehrten-Stiftung zugutekommt. Diese leistet Zuschüsse zu Prothesen, Rollstühlen und Sportgeräten sowie zu Kuren, Reha- und Erholungsaufenthalten. Außerdem hilft sie bei behindertengerechten Umbauten von Autos und Wohnungen und bei der Betreuung von Angehörigen.

„Neben den Soldaten der Helmut-Schmidt-Universität sind auch alle zivilen Angehörigen aufgerufen, sich an dem Lauf zu beteiligen“, sagt Oberleutnant Stefan Henke aus der Projektgruppe. „Wir rechnen mit bis zu 3.000 Teilnehmern und hoffen, dass wir der Stiftung eine stattliche Summe zukommen lassen können.“ Die Strecke des Spendenlaufs geht ausschließlich über den Campus. Der Betrag für die Stiftung wird noch am selben Abend übergeben.

Interesse wecken


Dem „freundlichen Desinteresse“ der Bevölkerung an der Bundeswehr - so formulierte es einst der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler - wollen die Mitglieder der Projektgruppe entgegenwirken. Anlass für Oberleutnant Thomas Berger, den Spendenlauf ins Leben zu rufen, war ein Aufruf des amtierenden Generalinspekteurs der Bundeswehr, General Volker Wieker, Solidarität für Soldaten im Einsatz zu zeigen. Mittlerweile hat sich sogar Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière bereit erklärt, die Schirmherrschaft über dieses Projekt zu übernehmen.

„Ich selber mache in diesem Jahr mein neuntes Sportabzeichen“, kommt Münzel noch einmal auf den Fitnessorden zu sprechen. „Die meisten Kameraden haben keine Probleme, das Deutsche Sportabzeichen abzulegen. Manch einer muss beim 3.000-Meter-Lauf kämpfen. Wenn man dafür nicht gezielt trainiert, dann wird es schwer.“

2012 soll der Solidaritätslauf für jedermann stattfinden. „Das ist das ganz große Ziel“, so Thomas Berger. „Doch zunächst muss uns die Premiere gelingen, das wird schwer genug. Schließlich ist keiner von uns ein ausgebildeter Veranstaltungskaufmann.“ Die Mitglieder der Projektgruppe zeigen jedenfalls großen Einsatz. Und so stehen die Chancen nicht schlecht, dass der „Solidaritätslauf“ in Zukunft auch über die Grenzen des Campus hinaus bekannt wird.


  • Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière hat die Schirmherrschaft über den Solidaritätslauf übernommen (Quelle: hsu-hh.de)
    Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière hat die Schirmherrschaft über den Solidaritätslauf übernommen (Quelle: hsu-hh.de)