LSV Inlinehockey-Projekt in Ahrensburg wird unterstützt durch Prinovis

Michael Rogolowski ist begeistert. Durch einen Scheck der Ahrensburger Prinovis-Druckerei wird das Projekt "Integration durch Sport" unterstützt. Als Marion Geßler, die Leiterin des Gemeinschafts-Hauses Gartenholz, vor 15 Jahren begann, war die Arbeit so schwierig, so dass sie abends oft daran dachte, am nächsten Morgen ihre Kündigung zu schreiben.

Die jungen Spätaussiedler, die sich im G-Haus trafen, sahen in ihrer neuen Heimat wenig Perspektiven. Viele von ihnen tranken, stahlen, nahmen Drogen und zogen so den Hass der Bewohner des Ahrensburger Stadtteils auf sich. Doch da waren auch Jugendliche wie Ivan, die Marion Greßler die Kraft gaben, weiterzumachen. Ivan sprach kaum Deutsch, als er mit 11 Jahren aus Omsk nach Ahrensburg kam. Auf der Hauptschule hatte er Mühe, dem Unterricht zu folgen. Im G-Haus aber fand er Freunde und immer ein offenes Ohr. Aus Ivan wurde Johann und auf den Hauptschulabschluss folgte die mittlere Reife. Er besuchte auch das Sportangebot "Sport für alle-Sport mit Aussiedlern" von Alexander Knaus, wo zusammen Volleyball oder Hockey gespielt wurde. Nach der Ausbildung machte Johann Bely auch noch das Abitur nach. Heute ist er in seiner Freizeit als Übungsleiter im G-Haus tätig. Hier assistiert er Michael Rogolowski, dem Trainer der Inlinehockey-Mannschaft, den er zusammen mit Alexander schon vor 8 Jahren kennengelernt hatte. Rogolowski ist Sportlehrer beim DOSB-Programm "Integration durch Sport", das vom Bundesministerium des Inneren gefördert wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags. Das Programm wird von allen 16 Landessportverbänden in Deutschland seit 20 Jahren dafür eingesetzt, um Spätaussiedler wie Johann und andere Migranten in den Sportverein zu integrieren. Auf dem Rücken seiner Sportjacke steht "Sport spricht alle Sprachen". Und so trainiert er zusammen mit Michael R. eine Gruppe, in der junge Russlanddeutsche, Pakistani, Afghanen und Deutsche aus Kasachstan gemeinsam Inlinehockey spielen. Warum ausgerechnet Inlinehockey? "Weil Eishockey zu teuer ist", lacht Rogolowski. Im Gegensatz zu Russland gibt es in Deutschland nur selten zugefrorene Seen, auf denen man trainieren könnte. Den Eintritt in Eishallen können die Jugendlichen sich nicht leisten. Anders beim Inlinehockey. Eigentlich braucht man nur ein paar Inlineskates und Schoner, um mit dem Sport beginnen zu können. Bei einer Trainingsfreizeit in Bad Malente holten sich die Betreuer noch Tips vom Olympiasieger 1968 im Speerwerfen Janis Lusis aus Lettland, der zu Besuch in der Sport- und Bildungsstätte war. Doch mittlerweile sind die Jugendlichen aus dem G-Haus so gut, dass sie bessere Ausrüstungen brauchen, wurde beim Tag des Sports Turnier in Kiel am 05. September festgestellt. Aber die kosten Geld- viel Geld. Dieses kommt jetzt von der Ahrensburger Prinovis-Druckerei. Das Geld (1000 €), das durch die 467 Mitarbeiter zusammengekommen ist und aufgestockt wurde, "hätte nicht besser verwendet werden können",so der Geschäftsführer Bertram Stausberg. Das findet auch Bürgermeister Michael Sarach. " Das Gemeinschaftshaus ist ein wesentlicher Bestandteil in der Entwicklung des Gartenholz", betont der Verwaltungschef. Die Spende sei "kein Tropfen auf den heissen Stein, sondern ein ganzer Schwall". Und es zeigt auch, dass das Netzwerk (Stadt - Jugendarbeit- Integration durch Sport) gut funktioniert. Auch wenn die Gartenholzer heute längst hinter "ihrem" G-haus stehen, ist es die erste Spende, die Marion Greßler in Empfang nehmen darf. Das Geld soll in Ausrüstungen investiert werden. Besonders wichtig sind Schutzgitter für die Helme. Übrigens hat die Gruppe noch Platz für ein paar Spieler. das Training findet immer sonnabends von 14 - 16 Uhr im Schulzentrum Am Heimgarten statt. Wer Lust hat, darf einfach dazu kommen.


  • Inline Ahrensburg Team
  • Michael Rogolowski, freiwillig engagierter MA
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