Wenn eine Olympiasiegerin die Kugeln putzt

Astrid Kumbernuss, Kugelstoß-Olympiasiegerin von 1996 (copyright: picture-alliance)
Astrid Kumbernuss, Kugelstoß-Olympiasiegerin von 1996 (copyright: picture-alliance)

Die Besucher der Sportabzeichentour in Hannover staunten nicht schlecht, als sie sahen, wer ihnen da assistierte, die Kugeln putzte und das Maßband ausrollte: Astrid Kumbernuss, die Kugelstoß-Olympiasiegerin von 1996. Die 37-jährige  aus Neubrandenburg ist bei der BARMER beschäftigt, einem starken Partner des Deutschen Sportabzeichens und war auf Stippvisite in Niedersachsen. Klar, dass für alle Interessierten, die sich an diesem Tag an den Übungen des Sportabzeichens  versuchten, wichtige Tipps beim von vielen "gefürchteten" Kugelstoßen abfielen.

 

Natürlich gab es auf dem Sportplatz in Hannover noch wesentlich mehr zu sehen, doch als sich unter den Aktiven herumsprach, dass eine Olympiasiegerin vor Ort ist, war das Interesse groß, doch "erdrückt" wurde Astrid Kumbernuss nicht: "Viele der Sportlerinnen und Sportler haben sich erst gar nicht getraut mich anzusprechen, haben vielleicht mal ganz vorsichtig gefragt ob ich ihnen helfen kann und das habe ich dann natürlich auch gemacht."


Viele der Freizeitsportlerinnen und Sportler haben "per se" gewisse Vorbehalte gegen das Kugelstoßen, unter den Pflichtdisziplinen beim Sportabzeichen gilt es häufig als "Angstdisziplin?. Astrid Kumbernuss konnte vielen die Scheu und den Respekt vor der Übung nehmen, denn "beim Kugelstoßen kommt es nicht auf die Kraft an, sondern vielmehr auf Technik und Gefühl?, erklärt sie. Die Tipps der Olympiasiegerin von 1996 waren bei manchen Sportlerinnen und Sportlern so hilfreich, dass diese gar nicht mehr aufhören wollten, denn bei ihnen war endlich der Knoten geplatzt.


Doch allein mit Tipps und Demonstrationen war es bei Astrid Kumbernuss in Hannover längst  nicht getan, die Neubrandenburgerin packte auch ansonsten kräftig mit an, säuberte die Kugeln und legte das Maßband an.

Begeisterung für das Deutsche Sportabzeichen

Astrid Kumbernuss ist nicht nur des Berufs wegen "Fan" des Deutschen Sportabzeichens, sondern auch aus ihrer immer noch großen Begeisterung für den Sport an sich. "Das Sportabzeichen ist einfach klasse für die persönliche Fitness. Man muss dafür trainieren, aus dem Stand kann man die Anforderungen nicht schaffen. Und das ist auch gut so, denn wenn man auch noch gemeinsam dafür trainieren kann, dann ist das auch noch ein tolles Gemeinschaftserlebnis?, erzählt sie.


Das Gemeinschaftserlebnis beeindruckte die Key-Account-Managerin im Markting der BARMER auch bei der Veranstaltung in Hannover nachhaltig: "Es waren so viele freundliche freiwillige Helfer da, das fand ich toll und bewundernswert. Besonders beeindruckt haben mich die älteren Damen und Herren, die waren meist alle sehr fit und sportlich. Ich habe gemerkt wie das für mich auch zum Ansporn wurde, auch später noch Sport zu treiben."

Auch die Kinder aus und um Hannover waren beim Sportabzeichentag schwer aktiv. Viele waren mit großer Begeisterung und guten Leistungen dabei. Für Astrid Kumbernuss eine ganz wichtige Zielgruppe beim Sportabzeichen: "Ich finde das Sportabzeichen gehört in die Lehrpläne aller Schulen. Viele Kinder haben einfach erkennbare Bewegungsdefizite, da wäre das Sportabzeichen ideal um gegen zu steuern?, argumentiert sie.


Astrid Kumbernuss eigener Sohn Philip (9) hat das Sportabzeichen noch nicht gemacht, ist aber sportlich aktiv. "Philip schwimmt gerne, er hat außerdem Fußball gespielt und Judo gemacht, aktuell ist er ganz versessen auf Badminton. Er probiert gerade sehr viel aus, seine Sportart hat er aber noch nicht gefunden?, so Astrid Kumbernuss.


  • Astrid Kumbernuss, Kugelstoß-Olympiasiegerin von 1996 (copyright: picture-alliance)
    Astrid Kumbernuss, Kugelstoß-Olympiasiegerin von 1996